Klone von Klonen

Ich habe Mutterpflanzen immer nur aus Samen gezogen. Meine Freunde meinen alle, dass man auch gut aus einem Klon eine Mutter machen kann. Ich kann nicht sehen, warum das gut sein soll. Das ist, als würde man einen Klon klonen, diesen Klon auch klonen usw. Das kann keine gute Vorgehensweise sein.

Appleseed, Budapest

F1-Pflanzen, die aus Samen gezogen wurden, haben den zusätzli­chen Vorteil, dass sie über die 'Kraft des Hybriden" verfügen, d.h. diese Kreuzung wird etwa 25 Prozentgrößer und stärker als Ableger. Hybridvitalität macht die Pflanzen auch weniger anfällig gegenüber Schädlingen und Krankheiten.

Klonen von F1-Mutterpflanzen wird ein Teil dieser ausgeprägten Leistungsfähigkeit von Hybriden übertragen. Aber wenn du eine weibliche, aus Samen gezogene Pflanze länger als zwei Monate im vegetativen Stadium lässt, neigen sie dazu, ihre "Hybridkrafr teilweise einzubüßen. Andererseits: Werden Mutterpflanzen weiterhin aus Samen gezogen, musst du sichergehen, dass die nachfolgenden Pflanzungen aus Samen mit exakt denselben genetischen Eigenschaften hervor­gehen, damit die Anbaupflanzen einheitlich bleiben.

Klone von Klonen zu nehmen ist keine schlimme Sache. Ich habe Grower interviewt, die mehr als 20 Mal Klone von Klonen genom­men haben! Das heißt, Klone (C-1) wurden von der ursprünglichen, aus Samen gezogenen weiblichen Pflanze genommen. Diese Klone wurden im vegetativen Stadium gepflanzt und weitere Klone (C-2) wurden von den ersten Klonen (C-1) genommen. Die Blüte wurde bei den C-1 zwei Wochen später ausgelöst und C-2-Klone im vegetati­ven Stadium gepflanzt. Dann wurden Klone (C-3) von den zweiten Klonen (C-2) genommen. Genau diese Anbautechnik mit Klonen von Klonen wird noch erheblich weitergeführt (C-20), ohne dass es ein Nachlassen in der Potenz oder Vitalität des Klons erkennbar ist. Leiden die Mütter jedoch unter Stress, produzieren sie schwache Klone. Wenn die Mütter zu blühen gezwungen werden und dann wieder zum vegetativen Wachstum zurückzukehren, liefern sich nicht nur weniger Ertrag, sie sind überdies gestresst und verwirrt. Klone, die schlecht wachsen, sind in der Regel das Ergebnis von schlechten, unhygienischen Praktiken des Klonen.

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