Schädlinge und Nützlinge - Thripse

In dieser Aus­gabe setzen wir unsere Serie mit einem weiteren Schädling fort und zwar mit den Thripsen. Zum Glück hält die Natur auch hier­für die passenden Nützlinge bereit, in diesem Fall können Florflie­genlarven und bestimmte Raubmilben helfen. Doch die müssen rechtzeitig mit ihrer Arbeit beginnen. Denn wenn die Schädlinge zu spät erkannt und bekämpft werden, kann es für die Pflanze schnell zu spät sein ...

Thrips zählen zu den Insekten, genauer ge­sagt zu den Fluginsekten. Sie werden auch als Fransenflügler bezeichnet, aufgrund ihrer langen Haarfransen an den Flügelrändern. Sie erreichen eine Größe von etwa 3 Millimetern und haben einen stäbchenförmigen, braunen Körper mit weißen Flügeln. Die Flügel haben meistens zwei vertikale braune Streifen. Die Larven der Thrips sind fast durchsichtig bis weiß.thripse 01

Die Thripse werden da­durch zum Schädling, da sie die oberen Schich­ten der Blätter, die so ge­nannte Epidermis, anboh­ren und den Pflanzensaft heraussaugen. Davon er­nähren sich die Tierchen. Die betroffenen Blattzel­len werden daraufhin hell und glänzen silbrig. Die Blattschäden ähneln damit denen der Spinnmilben. Thripse lassen sich sowohl auf, als auch unter den Blättern finden, besonders mögen sie die jungen Blätt­chen. Erkennen kann man einen Thripsebefall an den silbernen Saugspuren auf der Blattobersei­te. Auf der Unterseite der Blätter lassen sich bei einem Befall meistens viele kleine brau­ne Kotpünktchen finden. Betroffene Pflanzen reagieren oft mit einer Wuchshemmung und werden anfälliger für Pilzkrankheiten und an­dere Parasiten.

thripse 04Thripse mögen ein trockenes Klima. Warme Luft und hohe Raumtemperaturen begüns­tigen ihre Vermehrung und Ausbreitung. Die meisten Indoorräume bieten somit ideale Be dingungen für die Thripse.

Wie so oft ist Vorsorge besser, als nachher al­les wegzuschmeißen. Viele Pflanzenfreunde setzen deshalb präventiv Neemöl oder Pflan­zensud, z.B. aus Brennnesseln, ein. thripse 02Beson­ders die Neemölpräparate sind dafür bekannt, alle möglichen Schädlinge zu „vergraulen" und die Pflanzen zu stärken. Das Neem kann die Vermehrung der Schädlinge hemmen und so einer explosionsartigen Vermehrung vor­beugen. Es muss aber regelmäßig eingesetzt werden, um einen Befall dauerhaft fern halten zu können. Dazu wird das Präparat mit Was­ser verdünnt und damit sorgfältig und gründ­lich die Pflanzen eingesprüht. Dabei dürfen die Blattunterseiten auf keinen Fall zu kurz kommen.

Zeigt die Prävention keine Wirkung und bringt auch das Besprühen mit einer Spülmittellö­sung keine Besserung, schlägt die Stunde der Nützlinge. Gegen Thripse können ganz Ver­schiedene eingesetzt werden, zum Beispiel Raubmilben (Gattung: Amblyseius), die Lar­ven der Florfliege (Chrysoperla carnea) und die räuberisch lebenden Blumenwanzen (Gat­tung: Orius).

Doch ist der Befall bereits zu weit fort geschrit­ten, können auch ihre Gegner nicht mehr viel ausrichten. Bis die Nützlinge die Parasiten in Schach halten können, ist es für die Pflanze vielleicht schon zu spät.

thripse 03In solchen Fällen hilft nur noch eine relativ aufwendige Methode. Von allen chemischen Mitteln, die eine schnelle und mühelose Hil­fe versprechen, können wir nur abraten — au­ßer es handelt sich um reine Zierpflanzen, die nach dem Verwelken auf dem Müll landen sollen. Die aufwendige Methode besteht darin, jede einzelne Pflanze, jedes Blatt und jeden Stängel mit lauwarmem Wasser abzuduschen und so die Schädlinge von der Pflanze zu ent­fernen. Zuvor muss natürlich der Topf durch eine Plastiktüte dicht verschlossen werden, damit sich die kleinen Tierchen nicht in der Erde sammeln und anschließend wieder ihre alten Plätze auf der Pflanze einnehmen. Die­se Aktion muss mehrfach wiederholt werden, um auch tatsächlich alle Schädlinge zu entfer­nen.

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