Growing und Energiesparen

Die Ereignisse in Japan seit dem 11. März ha­ben mehr als 25.000 Menschenleben vernichtet. Durch das ver­heerende Erdbeben und den Tsunami wurden noch viel mehr Menschen obdachlos. Die gesamte Infrastruktur des betroffenen Gebietes wurde zerstört. Die Welt hielt den Atem an. Als dann am nächsten Morgen die Nachrichten über mehrere beschädigte Atomreaktoren im AKW Fukushima und das Wort Supergau auf allen TV- und Radiokanälen die Runde machten, waren wir alle angesichts von so viel Elend auf einmal völlig schockiert. Die Kühlsysteme im Atomkraftwerk waren we­gen fehlender Elektrizität ausgefallen und die Notstromaggregate liefen ebenfalls nicht. Die Überhitzung von Brennstäben führte in meh­reren Reaktoren durch Wasserstoffentwick­lung nach und nach zu Explosionen. Der Be­treiber des AKW versucht bis heute, der Lage Herr zu werden, doch immer neue Horrormel­dungen machen die Runde. Während in Japan Wochen später immer noch weitere Beben die Erde erschüttern, verseu­chen die defekten Reaktoren im Atomkraft­werk Fukushima weiter die Umwelt. Vor der Küste Japans werden Unmengen radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt. Der Strahlungswert liegt dabei über dem 25oofachen des normalen und ein Ende der nukle­aren Katastrophe ist in absehbarer Zeit nicht in Sicht. ... erst wenn der letzte Baum gerodet, der letz­te Fluss vergiftet, der letzte (radioaktiv, Pla­stik- oder Schwermetall-verseuchte) Fisch gefangen ist ... dann ist es vielleicht zu spät, unsere Erde zu retten ... (in Anlehnung an die Weissagung der Cree) In Deutschland haben die schrecklichen Ereig­nisse in Japan in weiten Teilen der Bevölke­rung ein Umdenken bezüglich der Atomener­gie ausgelöst. Die Akzeptanz dieser, seitens der Regierung und von AKW-Betreibern jah­relang verharmlosten Energieerzeugung ist stark zurückgegangen. Ganz zu schweigen von den radioaktiven Abfällen, von denen bis heute niemand weiß, wie sie jemals auf Dauer verantwortungsvoll entsorgt werden können. Man denke nur an die Skandale im maroden »Atomlager« Asse ... Zudem jährt sich auch das Atomunglück in Tschernobyl am 26. April zum 25. Mal. Es ist Zeit, endlich verantwortungsvoller mit unserer Umwelt und dementsprechend mit Energie umzugehen. Würde jeder Bürger in Deutsch­land 20 % seines Stromverbrauchs einspa­ren, könnten jetzt schon zwei weitere Atom­kraftwerke vom Netz gehen und verschrottet werden. Jeder Haushalt sollte Atomstrom ab­lehnen und auf erneuerbare Energien, sprich Ökostrom setzen. Das geht ganz einfach und kostet nicht mehr als herkömmlicher Strom mit Kernenergieanteilen! Welche Möglichkeiten haben Grower, um Energie zu sparen? Outdoor Energie2Natürlich ist der Outdooranbau am energieef­fizientesten. Die Sonne scheint tagsüber von allein und ist mit ihrer Strahlungsintensität und ihrem Lichtspektrum jedem Leuchtmittel weit überlegen, falls sich keine Wolken oder Regenschauer breit machen. Die Saison be­ginnt im Frühjahr und endet im Spätherbst, je nach Schlechtwetterlage in unseren Breiten auch eher. Draußen werden die Pflanzen in der Regel auch wesentlich größer als Indoor. Dies be­deutet eine größere Erntemenge, die dann oftmals den Eigenkonsum bis zur nächsten Saison deckt. Gewächshaus Noch besser als das Freiland, der Garten oder Balkon ist ein Treib- oder Gewächshaus. Die Sonnenstrahlung wirkt dort noch intensiver und die Wärme wird länger gespeichert, was unsere Lieblingspflanzen besonders mögen. Durch gezielte Verdunkelung (per Hand oder per Solarstrom) lässt sich schon frühzeitig die Blütephase einleiten — ein Vorteil bei einerEnergie4 frühzeitigen Schlechtwetterlage im Herbst. Der Schutz vor Starkregen oder Hagel und die geringere Anfälligkeit für Schimmelsporen in der kalt-nassen Herbstperiode sind ebenso von Vorteil. Zudem können sich ggf. Schäd­linge weniger stark im Treibhaus oder Freiland ausbreiten, wenn prophylaktisch Witzlinge eingesetzt werden oder die Pflanzen gemein­sam mit anderen Kräutern wachsen, die sich gegenseitig schützen. Dies hat zwar nicht di­rekt etwas mit Energiesparen zu tun, indirekt aber schon, denn eine erfolgreiche, hochqua­litative Ernte reicht länger und spart eventuell einen Zyklus im Indoorgarten. Die Stecklinge kommen nur sieben bis zehn Tage lang in die Wachstumsphase. Wich­tig ist es dabei, dass die jungen Stecklinge so nah wie möglich an den Lichtquellen stehen, denn jeder Zentimeter Entfernung schmälert die Lichtausbeute. Sind die Stecklinge gut be­wurzelt, ziehen sie in den Blüteraum unter 12 Stunden Licht. Die Blüte setzt ein. Nach sechs bis acht Wochen sind die Pflanzen erntereif. Lightrail Der Lightrail besteht aus einer Aluschiene und einem Motor, an dem die Pflanzenleuchte über eine Fläche von fast zwei Quadratmeter gezogen wird. Dabei verbraucht der Lightrail nur 36 Watt Strom. So ist es möglich, einen zweiten Quadratmeter mit einer Lampe zu be­leuchten. Dadurch, dass die Lampe in stän­diger Bewegung ist, kann sie tiefer über den Pflanzen hängen, ohne sie zu verbrennen. Auch die Wärme im Raum ist dabei geringer als ein zusätzliches Leuchtmittel. AquaValve Die AquaValve ist ein Bewässerungsventil, das ohne Strom funktioniert. Es arbeitet mit Unterdruck. Erst wenn die Nährlösung im Pflanzbecken verbraucht ist, öffnet sich das Ventil. Neue Nährlösung fließt über einen kleinen Schlauch aus dem höher stehenden Nährstoffbehälter nach. Das Ventil schließt sich wieder, sobald ein bestimmter Füllstand erreicht ist. Wichtig bei diesem System ist es darauf zu achten, dass die Pflanzbecken in der Waage stehen, damit alle Pflanzen gleichmä­ßig bewässert werden. LEDs Energie3LEDs sind die energiesparende Lösung schlechthin und sie halten durchschnittlich fünfzig Mal länger als herkömmliche Glühbir­nen. Dabei verbrauchen sie nur einen Bruch­teil der Energie herkömmlicher Leuchtmittel. Die Entwicklung von geeigneten LEDs für das Pflanzenwachstum oder die Blüte steckt leider immer noch in den Kinderschuhen. Das, was in dieser Richtung zurzeit auf den Markt kommt, ist extrem teuer in der Anschaffung und so­mit eher unrentabel. Das mag zum einen am Stand der Forschung liegen und zum ande­ren auch finanzielle Hintergründe haben. So gab es schon 1924 das sogenannte »Phoebus Kartell«, an dem Firmen wie Osram, General Elektric und andere Lampenhersteller betei­ligt waren. Laut interner Absprache sollte die Lebensdauer einer Glühlampe drastisch auf max. 1oo Stunden reduziert werden, um den Absatzmarkt dauerhaft zu steigern. Zudem wurden gleichzeitig die Preise für Glühbirnen spürbar erhöht. In der DDR gab es zu der Zeit Leuchtmittel, die 500o Stunden glühten und D. Binninger entwickelte dort eine Glühlam­pe, die mehr als 150000 Stunden hielt. Bis heute halten sich Gerüchte, dass die Lampen­hersteller sich absprechen, um technische Entwicklungen absichtlich zu verzögern ode aufzuhalten — aus Profitgründen und »um die Wirtschaft am Laufen zu halten«. Energiesparlampen (ESL oder CFL) Energie1ESL mit blauem Lichtspektrum (640o Kel­vin) werden mittlerweile erfolgreich für die Wachstumsphase eingesetzt. Die Energie­sparlampen mit rotem Lichtspektrum (2700 Kelvin) werden für die Blütephase angeboten, sind jedoch bei weitem nicht so effektiv wie Natrium-Hochdrucklampen und konnten sich bisher nur begrenzt in der Scene etablieren. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Hoch­drucklampen und CFL ist jedoch die Wärme­entwicklung. Die ESL sind in diesem Punkt gegenüber der Hochdrucklampe im Vorteil: Selbst bei einem Abstand von 10 cm entwi­ckeln sie Temperaturen, die für die Pflanzen nicht schädlich sind. Außer dem geringen En­ergieverbrauch verfügen sie laut Hersteller über einen weiteren Pluspunkt: Sie sind an­geblich besonders langlebig. In der Regel fin­det man CFLs als Wachstums- oder Blütelam­pen, in 125 Watt, 200 Watt oder 25o Watt Stärke. Digitales Vorschaltgerät (VSA) Digitale Vorschaltgeräte sind nun seit ein paar Jahren auf dem Markt. Leider hat sich die zu Beginn »fette Energieeinsparung« gegenü­ber herkömmlichen VSA nicht bestätigt, aber eine Energieersparnis von 10 % ist wohl realistisch. Die digitalen VSA entwickeln weniger Wärme, sind leichter und kleiner und haben einen höheren Wirkungsgrad. Zudem arbeiten die digitalen Geräte, ohne zu flackern. So sol­len sie auch mit wesentlich weniger Ampere arbeiten, nur 2,8 statt bisher 4-6 Ampere. Dies sind erst einmal ein paar Anregungen, um Energie einzusparen. In Zukunft werden wir jedoch noch öfters dieses Thema behandeln. Wir möchten euch ebenfalls einladen, uns Vorschläge zu unterbreiten, wie man sonst noch wertvolle Energie sparen kann. Denn Energie, die nicht verbraucht wird, muss auch nicht produziert werden — weder in AKWs, noch sonst irgendwo!

0 Comments: