Geruchsreduzierung im Inoorgarten

Geruchsbelastung im Indoorgarten führt immer wieder zu ungewollten Zwischenfällen, sei es mit den Nachbarn im Mehrfamilienhaus oder mit unerwarteten Besuchern. Nicht jeder ist ein Pflan­zenfreund und von dem Indoor-Hobby angetan. Manchmal kann der intensive Geruch sogar Diebe anlocken ... Viele Indoorgärtner kennen das Problem und können ein Lied davon singen. Gerade während der Blütenphase sondern die Pflanzen besonders starke und intensive Gerüche ab, die sich bis in das Treppenhaus oder sogar außen am Haus entlang verbreiten können. Dagegen lässt sich jedoch einiges unternehmen ...

Wie entstehen Gerüche?

Unangenehme Gerüche entstehen durch den Abbau von organischen Substanzen. Dabei kommen Bakterien zu Hilfe. Sie wandeln das Material um und ein Fäulnisprozess beginnt. Dabei können Abfallprodukte, wie übel rie­chende Schwefelverbindungen, Ammoniak oder auch Gase entstehen. Angenehme Gerü­che nennen wir Düfte und diese haben in der Natur den Zweck, zu locken. So locken zum Beispiel Blumen mit ihrem Duft oftmals Insek­ten an, die dann bei der Verbreitung von Blü­tenpollen (unbewusst) behilflich sind.

Geruchsreduzierung im Inoorgarten-01Wie erkennen wir Gerüche?

Indem Duftstoffe in die Nase gelangen, lö­sen die Geruchsmoleküle Reize aus, die dann in den Riechzellen registriert werden. Die menschliche Nase hat etwa 35o Rezeptoren (bei manchen Tieren sind es aber deutlich mehr ...), die speziell nur auf eine bestimmte Molekülgruppe ansprechen und ist so in der Lage, über 10.000 verschiedene Gerüche zu unterscheiden. Wenn ein Geruchsrezeptor ein Duftmolekül einfängt, das zu ihm passt, löst dies eine Reaktion aus, die dann an den Riechkolben weitergeleitet wird. Der Riech­kolben dient zum einen als Schutz vor gefähr­lichen Stoffen, indem er dann Übelkeit auslöst und wirkt zum anderen bei angenehmen Gerü­chen positiv stimulierend, indem er zum Beispiel bei Nahrungsmitteln den Speichelfluss anregt. Grundsätzlich unterscheidet die Wis­senschaft Gerüche in den Kategorien: faulig, fruchtig, harzig, würzig, blumig und brenzlig, alle anderen Gerüche sind eine Kombination daraus (nach H. Hennings Geruchsprismas von 1915). Schon eine sehr geringe Menge Riechstoff kann eine Geruchsempfindung be­wirken, gleich ob als angenehm oder zuwider empfunden. Je stärker die Konzentration eines Riechstoffes in der eingeatmeten Luft ist, de­sto stärker beeinflusst sie unser Empfinden. Die Bezeichnung der Gerüche als angenehm oder unangenehm ist dabei sehr individuell und willkürlich.

Wie lassen sich unerwünschte Gerüche, die vom Indoorgarten ausströmen, vermeiden?

In den meisten Grow-Fachgeschäften gibt es mittlerweile ein gut sortiertes Sortiment an geruchsreduzierendem Equipment. Grund­sätzlich wird dabei zwischen Aktivkohlefiltern (AKFs) und Duftneutralisierern auf Enzym-und Duftölbasis unterschieden. Zunehmend wird jedoch auch mit Ozongeräten gearbeitet. Im Folgenden werden wir die einzelnen Kom­ponenten näher beschreiben:

Aktivkohlefilter (AKF)

Aktivkohlefilter (AKF) haben sich seit vielen Jahren bewährt. Diese werden mit Absaugven­tilatoren verbunden. Sie gehören zur Gruppe der mechanischen Filter und filtern (absor­bieren) den Geruch durch den Einsatz von Ak­tivkohle. Aktivkohle besteht aus Kohlenstoff und ist extrem porös. Die innere Oberfläche der Kohle beträgt sagenhafte 30o Quadratme­ter pro Gramm! Dieser Bereich ist die eigentlich wirksame Oberfläche. Aktivkohle wird aus Erdgas, Erdöl, Holz, Nussschalen, Braun- und Steinkohle und anderem, aber auch aus Blut oder Knochen von Tieren, hergestellt. Aktiv­kohle findet Verwendung in Form von Pellets, Granulaten, als Pulver oder auch als Gewebe. So ist der Einsatz von Aktiv­kohle in Filtern zur Luftrei­nigung nur eine von vielen Einsatzmöglichkeiten.

Es gibt die Aktivkohlefilter in unterschiedlichen Grö­ßen, passend zu den End­lüftern, sprich Absaugven­tilatoren. Von kleinen AKFs mit 100 Kubikmetern in der Stunde (m3/h) bis zu rie­sigen Geräten von über 300o m3/h werden sie im Growbereich ange­boten. Die meiste- Aktivkohlefilte- haben ein perfo­riertes Stahl/Alu oder Kunststoffge­häuse, ummantelt mit einem Vlies. wie bei Dunstabzugshauben üblich. Sie besitzen einen hohlen Kern und sind rund herum mit Aktivkohle gefüllt, mit Aus­nahme der Kunststofffilter und der Aktivkoh­lefilter aus Stoffgewebe. Nach spätestens 2 Jahren Dauereinsatz ist die Kohle gesättigt und muss erneuert werden. Dies stellt bei den meisten Filtern kein Problem dar. Sie werden einfach aufgeschraubt und mit der entspre­chenden Menge frischer Aktivkohle erneuert. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass sich die neuen Aktivkohlepellets beim Wiederbefüllen gut verdichten. Dies erreicht man einfach, indem der Filter beim Befüllen ein paar Mal auf einen harten Untergrund ge­stoßen wird.

Vor ein paar Jahren gab es einen Skandal mit billigen AKFs aus chinesischer Produktion, die mit gesättigter Aktivkohle befüllt waren und so besonders preisgünstig angeboten wurden. Seitdem greifen die meisten Indoo­rgärtner lieber zu hochwertigeren und etwas teueren Qualitätsprodukten.

Ein Nachteil der handelsüblichen Aktivkoh­lefilter ist ihr hohes Eigengewicht. Gerade bei größeren Filtern kann sich die Montage zu einem Kraftakt entwickeln oder Schwie­rigkeiten bei der Aufhängung an der Zimm­erdecke mit sich bringen (in Großbritannien werden dafür extra Gestelle angeboten, auf denen die Filter bequem platziert werden kön­nen ...). Bei uns gibt es seit einiger Zeit spe­zielle Aktivkohlefilter aus blauem Kunststoff, die mit Aktivkohle besprüht wurden. Sie haben dadurch wesentlich weniger Gewicht. Leider lassen sie sich nicht wiederbefüllen. Weitere »Lightmodelle« sind die AKFs mit Aluminium­körper. Dann gibt es auch noch die neuartigen »federleichten« Filtersäcke aus mehreren La­gen aktivkohlebeschichtetem Stoff.

Entsorgung: Aktivkohle sollte grundsätzlich nicht zusammen mit dem Hausmüll entsorgt werden, da die Aktivkohle regeneriert werden kann. Dies geschieht in der Praxis durch De­sorption der Schadstoffe bei erhöhten Tem­peraturen (z. B. durch Wasserdampf) in spe­ziellen Betrieben.

Aktivkohlefilter gibt es unter anderem von: Caron Activ, Carboriginal, Can, Empire, Eco, GIB, Phresh, Prima Klima, Odor Soks, Wilko und sie werden in allen Grow-Fachgeschäften vor Ort und auch im Internet angeboten.

Geruchsneutralisierer

Die nächste Gruppe der Geruchsbeseitiger sind die Geruchsneutralisierer auf Enzym-und Duftölbasis. Geruchsneutralisierer wer­den meist als Sprays angeboten. Diese sol­len unangenehme Gerüche überdecken oder sogar neutralisieren. So gibt es Raumluft-sprays auf Chemiebasis, die man besser nicht verwenden sollte, da sie den menschlichen Körper negativ belasten können und es um­weltfreundlichere Alternativen gibt. Besser ist es, ein Produkt zu wählen, das auf natür­lichen Duftölen und Enzymen basiert. Dieses Produkt wirkt in doppelter Hinsicht. Er über­tüncht nicht nur den Geruch, sondern beseiti­gt ihn mit Hilfe von nützlichen Bakterien, ähn­lich wie bei einer Kläranlage.

Folgende Geruchsneutralisierer werden unter anderem in den Grow-Fachgeschäften angeboten:

-Limpuro Air Fresh wirkt auf natürlicher Basis, völlig ungiftig, durch Verdunstung.

-ONA, 100 % organisch und sicher für Men­schen, Haustiere und Pflanzen.

-Vaportek, Mischung mit Neutrox-Gamma Duftöl auf Enzymbasis.

-Vapotrade Smell Ex, Duftölmischung ähnlich wie Vaportek.

- Grow-Safe

Ein weiteres interessantes Produkt ist der Grow-Safe. Dabei handelt es sich um ein Be­lüftungssystem, das im Fall eines Stromaus­falls verhindert, dass Gerüche aus dem Grow­raum in die Umgebung entweichen. Es startet automatisch im Fall eines Stromausfalls und bleibt garantiert laut Herstellerangabe bis zu sieben Tage in Betrieb. Es arbeitet mit vier Lüfterstufen. Während des Schneidens und Trocknens ist eine manuelle Zuschaltung des Gerätes möglich. Die Batterie wird automa­tisch aufgeladen und zudem der Ladestrom für den Batteriestand und Alarm angezeigt.

Ozongeneratoren

Ozongeneratoren sind eine interessante Al­ternative, die im Grow-Sektor immer mehr Verwendung findet. Sie neutralisieren Ge­rüche von Essen, Müll, Nikotin, Tiergerüche, Urin und vielem mehr. Ozongeneratoren eig­nen sich ebenfalls zur Reduzierung von Kei­men und Pollen und im Einsatz gegen Viren und Pilze. Ozon ist beim Einatmen jedoch gif­tig. Wer sich so ein Gerät anschafft, sollte sich vorher gut mit eventuellen Risiken vertraut machen.

Hier ein Beispiel: Ozongenerator WDH-APoo5 mit 5.00o mg/h (5 g/h) Ozonleistung. Profes­sioneller Ozongenerator, ideal zur Geruchs­neutralisierung, selbst von extrem starken Gerüchen und zur Schimmelsanierung. Bei den Ozonröhren handelt es sich um die neu­este Technologie der Ozonerzeugung mit lan­ger Lebensdauer.

Nun noch ein weiteres Gerät zur Geruchsbe­seitigung, das Erfolg verspricht:

Nano2mat

Der Nano2mat ist ein Umluftfilter für Innenräume. Hierbei werden Mikro­partikel in Filterkugeln aus Siedestein gefan­gen, die poröse Strukturen aufweisen (ähnlich wie bei der Aktivkohle). In diese Kugeln wird dann eine geringe Dosis Ozon eingeleitet, wo­bei die Mikropartikel mit dem Ozon zu Wasser und Sauerstoff abgebaut werden. Klinische Tests haben laut Hersteller gezeigt, dass kei­nerlei Ozon an die Raumluft abgegeben wird, es handelt sich also um eine im vom Herstel­ler so genannten »Nanofilter« (in den spe­ziellen Siedesteinen) eingeschlossene Oxi­dation. Zusätzlich weist der Nano2mat einen Hepa-Filter auf. Er kann direkt im Raum ein­gesetzt werden und die Luft von Gerüchen reinigen, die dann mit der Abluftfilteranlage abgesaugt wird. Dadurch erhöht sich der Ef­fekt der Geruchsbeseitigung deutlich und die Lebensdauer des Aktivkohlefilters verlängert sich außerdem. Zudem lässt sich so die Venti­latorleistung des Ablüfters deutlich drosseln, so dass der Geräuschpegel ebenfalls deutlich niedriger wird. Diese Geräteart ist in zwei Grö­ßen erhältlich.

Wir hoffen, dass wir euch einen kleinen Über­blick über die Vielfalt der aktuellen Möglich­keiten und Produkte zur Geruchsbekämpfung im Indoorgarten geben konnten und werden euch auch in Zukunft mit aktuellen Neuig­keiten versorgen.

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