Fortwährendes Ernten von Cannabis

Fortwährend bedeutet definitionsgemäß 1. nicht endend, 2. etwas geschieht immerwieder; so häufig, dass es endlos und ohne Unterbrechung zu sein scheint. Das sind Worte, die wir alle gerne mit unseren Ernten in Zusammenhang gebracht sähen! Wenn im Growraum einmal alles blüht und gedeiht und eine ausreichende Feuchtigkeit herrscht, sind es zu häufigeren, fortlaufenden Erntezyklen nur noch wenige Schritte.

Normalerweise gehört zur Grundaus­stattung eines HID-Beleuchtungssystems (HID – Hochdruck-Gasentladungslampe) ein Vorschaltgerät, das an eine Haube oder einen Reflektor angeschlossen ist und eine Lampe mit Strom versorgt. Wir brauchen nun zwei separate Lampen mit verschiedenen Lichtspektren, eine für das vegetative Wachstum und eine für die Blühphase. Wenn die Lichtstunden für die Blühphase auf 12/12 verkürzt werden, schalten wir diese Lampen aus.

Für die Einleitung eines fortwährenden Erntezyklusses ist immer eine Investition in weitere Ausrüstung erforderlich, denn umso mehr Pflanzen wir haben, umso mehr Raum, Licht und sonstige Dinge werden wir brauchen. Die Bereiche mit den Anbaupflanzen,Fortwaehrendes Ernten die sich in der vege­tativen Phase bzw. in der Blühphase befinden, müssen durch eine lichtdich­te Zwischenwand voneinander getrennt werden, denn Lichtlecks könnten sich für die Pflanzen auf beiden Seiten hin­ter der Wand als schädlich erweisen. Verwenden Sie lichtundurchlässige Materialien wie Panda-Folie, Holzpappe oder Schaumstoffplatten für den Bau der Trennwände. Hier bietet sich auch eine günstige Gelegenheit, um ein Growzelt zu verwenden. Aber wenn Sie keinen weite­ren Platz zur Verfügung haben, dann wer­den Sie den vorhandenen Raum aufteilen und weniger Pflanzen pro Zyklus anbauen müssen. Ich weiß, das hört sich erst mal nicht gut an, doch wenn sich im Jahr die Anzahl der Ernten verdreifachen oder gar vervierfachen lässt, wird es sich schon rein rechnerisch bezahlt machen.

Die Wahl einer neuen Lampe für den abge­trennten vegetativen Bereich bietet auch eine günstige Gelegenheit, Stromkosten zu sparen: Die leistungsstarken HID-Lampen werden einfach im Blühbereich gelassen und für den vegetativen Bereich kaufen wir uns einen T5-Leuchtkörper. Während diese T5-Leuchtstoffampen normalerweise nicht die Lichtleistung von HIDs erbringen, so verbrauchen sie andererseits nicht viel Energie und funk­tionieren ausgezeichnet in der vegeta­tiven Phase, wenn die Pflanzen für ihr Wohlergehen nicht dieses intensive Licht brauchen. Sie sind auch deshalb ange­nehm, weil sie nicht viel Wärme abstrahlen, so dass sie ganz nahe an das Blätterdach der Pflanzen herangebracht werden kön­nen - ohne Gefahr, die Spitzen zu ver­brennen. T5-Einheiten sind eine Option, für die Sie sich entscheiden können, doch es können auch andere Lampentypen genutzt werden, wenn nur garantiert ist, dass die Lampe das für die vegetative Phase günstige Spektrum aufweist. Dieser Bereich wird für das Klonen und vegetati­ve Wachstum genutzt, und dann, wenn es an der Zeit ist, die Blühphase auszulösen, werden die Pflanzen in den Blühbereich versetzt. Achten Sie darauf, dass für den Blühbereich eine Lampe genutzt wird, deren Spektrum auf die Blühphase abge­stimmt ist, und dass diese Lampe eine eigene separate Zeitschaltuhr hat.

Der Anbau von Pflanzen in einzelnen Töpfen ermöglicht, sie ungehindert von einem Raum in einen anderen zu bewe­gen, wodurch sich das Verfahren der fortwährenden Ernte einfacher und flexibler gestaltet, auch die Zeitabstände werden kürzer. Da die Pflanzen nicht miteinander verbunden sind oder kein gemeinsames Reservoir nutzen, können sie mit verschiedenen Nährstoffen ver­sorgt werden - der Phase entsprechend, in welcher sie sich gerade befinden. Ganz gleich, ob wir für sie Erde, erdlose Medien oder einzelne DWC (Deep Water Culture)-Behälter nehmen, die Pflanzen von einem Bereich in einen anderen zu bewegen ist einfach. Aber was ist bei einem hydroponischen System mit einem gemeinsamen Reservoir? Dann müssen weitere Hydrosysteme hinzuge­fügt werden - wie man sie gruppiert, hängt davon ab, welche Nährstoffe und Lampen sie benötigen. Bei einheitlichen Beleuchtungssystemen in jedem Bereich können die Lampen gegebenenfalls einfach abgeschaltet werden; und wir können den Anbau mit einem Medium betreiben, das transportabel ist (wie Steinwollwürfel oder mit Blähton gefüllte Behälter) und die Pflanzen in den Raum mit dem Reservoir und der Beleuchtung verfrachten, den sie benötigen. So müs­sen die Gruppen weniger häufig versetzt werden und die Ernte kann immer noch doppelt so ertragreich ausfallen. Falls es im Hydrosystem Pflanzen gibt, die sich alle in einem Tray/Behälter befinden, wo diese Pflanzen wuchern um ineinander zu verwachsen, in einer Art und Weise, dass sie stationär werden, dann ist das Ausschalten der Lampen angebracht.

Ein weiterer Vorteil des Anbaus in ein­zelnen Töpfen besteht darin, dass sich der Erntezyklus besser in einzelne Zeitabschnitte einteilen lässt, so dass Ernten einmal im Monat oder alle zwei Wochen möglich werden. So ein Plan wäre beispielsweise, den Raum nach verschiedenen Zeitspannen einzurich­ten, etwa 0-2 Wochen, 2-4 Wochen, 4-6 Wochen und 6-8 Wochen. Abhängig von der Dauer, die Ihre Pflanzen vom Start bis zum Ziel benötigen, werden sich diese geschätzten Zeitabschnitte ein wenig ändern, aber die Idee ist klar. Es bedeutet auch, dass alle Pflanzen in verschiedenen Abschnitten des Zyklusses verschiedene Nährstoffe und Zusatzstoffe brauchen. Man kann leicht durcheinander geraten, wenn man nicht einen individuell abge­stimmten Zeitplan verfasst und in jedem Bereich an die Wand schlägt.

Die „Perpetual Harvesting Method“ hält es mit einer alten Weisheit; umso mehr du einbringst, umso mehr wird für dich am Ende herausspringen. Ich habe erfolgrei­che Plantagen gesehen, in denen ständig geerntet wird, nicht weniger als einmal in der Woche. Das ist Produktion im wahrs­ten Sinn des Wortes!

Etwas Anderes, was das fortwährende Ernten auf ein ganz anderes Niveau heben kann, sind die Autoflowering­Sorten, die in den letzten Jahren zuneh­mend beliebt geworden sind. Diese Sorten richten sich nicht nach Licht­Dunkel-Zyklen und gehen automatisch in die Blühphase, wenn das Wachstum an einem bestimmten Punkt angelangt ist. Das bedeutet, man kann einen einzigen Raum haben mit Pflanzen in all diesen unterschiedlichen Entwicklungsstadien und in ihm den Anbau im einheitlichen Licht-Dunkel-Rhythmus betreiben, so dass keine Notwendigkeit besteht, getrennte lichtundurchlässige Räume für Lampen mit verschiedenen Spektren zu schaffen. Sie werden die Pflanzen wei­terhin mit unterschiedlichen Nährstoffen verpflegen müssen, sorgen Sie also dafür, dass sie nach Alter geordnet bleiben. Stellen Sie einfach den Timer für die Lampen auf 18-20 Stunden ein und ihre Pflanzen werden vom Klonen bis zur Ernte prächtig gedeihen. Darüber, wie viel Licht Autoflowering-Sorten benöti­gen, wird unter Cannabisgrowern hef­tig diskutiert, aber ich habe festgestellt, mit einem 18/6 oder 20/4 Licht-Dunkel­Zyklus klappt es bestens.

Die gleichen Ideen funktionieren für andere Growlampensysteme, ob es sich um VHOs (VHO=Very High Output), Leuchtstofflampen, LEDs, Plasma usw. handelt - es müssen nicht unbedingt HIDs sein.

Der Schlüssel des Erfolgs liegt ganz und gar in der Einrichtung, der Wartung und der Pflege!

0 Comments: