Erntereste All die guten Dinge - Cannabis

Die mit Harzkristallen bedeckten Blätter, die nach der Ernte als Schnittreste übrig­bleiben, nachdem die Blütenstände zu einwandfreien Nuggets manikürt worden sind, gehören zu den Nebeneinnahmen eines Growers. Rund um den Erdball denken sie sich kreative Verfahren aus, um diese Reste in ein begehrenswertes Produkt zu verwandeln. Normalerweise muss man, um an diese außergewöhnli­chen Erzeugnisse zu gelangen, selbst ein erfahrener Grower sein oder einen kennen. Die Fähigkeit, aus diesem Blattmaterial tolle Sachen und Hasch herzustellen, könnte Sie in ihrem Freundeskreis zu einem sehr beliebten Menschen machen. Es gibt viele Möglichkeiten, was man damit anstellen kann und manches nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Dass Erntereste im Abfall landen ist wirk­lich mit nichts zu entschuldigen.

Die begehrten Cannabinoide der Mari­huanapflanzen sind am stärksten in den ausgereiften Blüten konzentriert. Sie finden sich jedoch auch reichlich in den Blättern und sonstigem getrimm­ten Pflanzenmaterial (geringe Mengen sogar in den Stängeln). Mit Hilfe von ExtraktionsverfahreErntereste 01n können wir aus diesen „Übrigbleibseln“ Süßigkeiten, Tinkturen, Hasch, Gebäck, Öle usw. her­stellen (und währenddessen Geschmack und Potenz dieser Leckerbissen über­prüfen). Auf diesem Gebiet sind dem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt, was sich an der riesigen Anzahl von Rezepten und Anleitungsvideos im Internet ablesen lässt. Hier möchte ich eini­ge der populärsten mit Ihnen teilen und einige Anleitungen zu diesen unter den Fans beliebtesten Extraktionsverfahren zur Verfügung stellen.

Wir wollen erst den technischen Kram hinter uns bringen. Bei Cannabis, das für die Herstellung von Tinkturen und Nahrungsmitteln genutzt wird, ist Decarboxilierung erforderlich. Die meis­ten Leute sind mit organischer Chemie nicht so vertraut, deshalb gebe ich die grundlegenden Informationen über eine der ältesten der Wissenschaft bekann­ten organischen Reaktionen. THCA (Tetrahydrocannabinolsäure) ist die bio­synthetische Vorläuferverbindung von THC (Tetrahydrocannabinol). Sie ist reich­lich in den wachsenden Pflanzen und im geernteten Marihuana vorhanden. Im Gegensatz dazu ist das THC-Cannabinoid in den wachsenden oder geernteten Pflanzen nur sehr wenig oder gar nicht vorzufinden. Die Forschung hat nachge­wiesen, dass THCA eine neuroprotektive und entzündungshemmende Wirkung hat – sie bewirkt aber nicht wie THC den psychoaktiven Effekt, das „High“.

Decarboxiierung findet statt, wenn Carbonsäuren ein Kohlenstoffatom aus einer Kphlenstoffkette verlieren; es wird Kohlendioxid (CO2) freigesetzt und THCA in THC umgewandelt. Das passiert auf natürliche Weise (aber sehr, sehr lang­sam) während des Trocknungsprozesses; es könnte so Jahre dauern, bis sich THCA vollständig zu THC umgewan­delt hat. Glücklicherweise ermöglicht eine Wärmequelle oder Flamme, dass Decarboxilierung rasch erfolgen kann, was erklärt, weshalb Rauchen (wahr­scheinlich die allgemein bevorzugte Art des Konsums) uns dem entstande­nen THC aussetzt (und natürlich ihren Wirkungen, die wir alle kennen und lie­ben). Diese Umwandlung findet auch statt, wenn Cannabis in Mixturen wie einer Tinktur oder in Butter erhitzt wird.

Erntereste 02Beginnen wir mit der nächstliegen­den Verwendungsmöglichkeit unserer Schnittreste - der Herstellung von Hasch. Es gibt verschiedene Verfahren, Hasch als Endprodukt zu gewinnen, aber das sauberste ist die Kaltextraktionsmethode zur Erzeugung von Bubble Hash. Es wird „Bubble“ Hasch genannt, weil dieser sehr reine Stoff, wenn er erhitzt (und geraucht) wird, Blasen wirft.

Kaltextraktion - Bubble Hash wird auf diese Weise gewonnen, dabei kommt entweder gewöhnliches Eis oder Trockeneis zum Einsatz. Das Verfahren funktioniert im Prinzip folgendermaßen: Die THC produzierenden Harzdrüsen (Trichome), die auf den Schnittresten zurückgeblieben sind, werden gefro­ren und dann von den Blättern durch Rühren losgelöst. Anschließend fangen wir sie in einem sehr feinen Mikrometer (μ) -Sieb auf - oder wir können eine Satz von Mikrometer-Sieben mit verschie­denen Maschenweiten verwenden, um das Maximum aus der Extraktion heraus­zuholen. Nach der Trocknung bleiben die extrahierten, konzentrierten, reinen Trichome zurück.

Zu Beginn legen wir die Schnittreste für mindestens zwei Stunden ins Gefrierfach, um den Gefrierprozess zu beschleunigen. Diese Prozedur erfordert Eis, Wasser, einen Satz Siebsäcke (Bubble Bags, Maschenweite in Mikrometern μ) und einen für die Säcke passenden Container. Sie kann mit so vielen Säcken durchgeführt werden, wie Sie wünschen, aber mindestens zwei sollten es schon sein - einer für das Pflanzenmaterial, einer für den Extrakt. Ich gebrauche ein Set mit vier 20-Liter-Bubble Bags und demgemäß handelt es sich bei dem Container für die Extraktion um einen 20-Liter-Plastikeimer. Kleiden Sie den Eimer mit den Säcken aus. Der mit dem kleinsten Mikrometersieb kommt zuerst rein, dann die nächste Mikrometergröße usw. Der Sack mit dem gröbsten Sieb hält das Pflanzenmaterial und das Eis zurück. Ich benutzte eine Plastik-Einkaufstüte, halb gefüllt mit Schnittresten, nahm sie aus dem Tiefkühlfach (letztendlich kann man immer so viel Material ver­wenden, wie bequem in den Container passt) und verwendete etwa fünf Pfund Eis. Dieses Verfahren kann ebenso mit Trockeneis durchgeführt werden, aber in diesem Fall müssten zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen wer­den, deshalb will ich doch lieber beim normalen Eis bleiben. In den obersten Sack (ein 220 μ Siebsack) werden abwech­selnd Schichten von Ernteresten und Eis gelegt (Reste, Eis, Reste, Eis). Dann schüt­ten wir kaltes Wasser dazu (etwa 4 Tassen auf einmal) und rühren kräftig, wenn Schnittreste und Eis unter Wasser stehen. Das Umrühren schüttelt die gefrorenen Trichome von den Blättern ab in das Wasser. Dieser Vorgang wird fortgesetzt, bis das Wasser die Füllstandsmarkierung des Sackes erreicht. Ich nehmen gerne einen Eimer mit einem Zapfhahn unten, damit ich das Wasser ablaufen lassen und zum Erntereste 03Wässern/Besprengen wiederver­wenden kann. Der Gedanke, der dahin­tersteht: Das Wasser ist schon sehr kalt, weil es durch das Eis gekühlt worden ist und so bekomme ich mehr Zeit zum Rühren. Wenn Sie keinen Hahn haben, können Sie an diesem Punkt aufhören, Wasser hinzuzuschütten und weiterrüh­ren. Hören Sie nach ungefähr 15 Minuten mit dem Rühren auf und lassen Sie die Schwerkraft übernehmen. Der Eimer wird stehen gelassen, damit die Trichome sich auf den Sieben absetzen können. Warten Sie mindestens 30 Minuten (oder länger, wie Sie wollen), bevor die Säcke einer nach dem anderen herausgezogen wer­den. Wir ziehen zuerst den oberen 220 μ-Siebsack heraus, der die Schnittreste und das Eis enthält, und quetschen überschüssiges Wasser aus in den Sack dar­unter. Dann gehen wir zum nächsten Sack darunter, pressen das überschüs­sige Wasser aus und gebrauchen einen Schaber, um den Extrakt am Boden des Sacks zusammenzukratzen. Legen Sie das extrahierte Bubble Hash zum Trocknen auf ein durchsichtiges Stück Plastikfolie. Das extrahierte Hasch ähnelt Schlick oder Schlamm (wie etwas, was man auf dem Grund eines Sees zu finden erwarten würde); Farbe und Konsistenz ist unterschiedlich, je nach dem auf wel­chem Sieb es extrahiert wurde. Lassen Sie sich nur nicht täuschen, es ist alles pures Bubble-Gold!

IPA Extraktion – IPA ist die Abkürzung für Isopropylalkohol (Reinigungsalkohol), der für Extraktionen genutzt wer­den kann, wobei der Alkohol als der Trägerstoff eingesetzt wird. 99%-iger IPA wird als Lösungsmittel verwendet, weil es recht billig und leicht zu erhalten ist. Der ganze Trick mit der IPA-Extraktion ist die Schnelligkeit. Denn umso länger ISO Kontakt mit den Ernteresten hat, umso mehr Chlorophyll und andere unerwünschte Dinge werden von ihm aufgenommen. Die Leute teilen die Qualität gerne danach ein, der wievielte Extraktionsdurchgang es ist, entspre­chend gibt es dann die Klassen A (1. Durchgang), B (2. Durchgang) und C (letz­ter Durchgang). Die B & C Erntereste 04Durchgänge enthalten sehr wahrscheinlich mehr Verunreinigungen als die A-Klasse, weil das Lösungsmittel länger mit den Schnittresten in Kontakt war.

Kurzanleitung: Alles einfrieren! Befördern Sie den IPA, die Schnittreste, den Shaker, den Auffangbehälter (Einmachgläser eig­nen sich gut) oder andere Behältnisse und Instrumente, die sie verwenden möchten, vor der Extraktion für eini­ge Stunden in den Tiefkühler. Dieses Vorgehen hilft auch dieses Mal, die Harzdrüsen zu gefrieren, damit sie in dem Mix leicht abbrechen. Die zeitliche Koordinierung muss präzise sein und es muss schnell gehen, um zu vermeiden, dass Verunreinigungen in das Hasch-Endprodukt gelangen - verwenden Sie daher eine Zeitschaltuhr, um sicherzu­gehen. Wir nehmen den Glasbehälter und füllen ihn mit Blattmaterial, gießen den Alkohol dazu und schütteln behut­sam etwa 30 Sekunden lang. Kräftiges Schütteln kann auch Chlorophyll her­auslösen, daher vorsichtig sein. Das Problem bei der Verwendung von IPA wird offenbar, wenn wir versuchen, das Lösungsmittel aus dem Extrakt zu ent­fernen. Isopropylalkohol hat einen höhe­ren Siedepunkt im Vergleich zu anderen Lösungsmitteln, und deshalb istesschwie­rig, alles davon vom Endprodukt wegzu­bekommen. Mit einem Wasserbadtopf zu arbeiten ist die beste Methode, um die Temperatur zu kontrollieren und den direkten Wärmekontakt mit der IPA/dem Krug mit den Schnittresten zu vermeiden. Unsere Nasen können den starken Geruch von Alkohol aufnehmen und uns wissen lassen, ob es mehr Zeit benötigt oder nicht. Überhitzen würde auch die „Verdampfung“ unseres begehr­ten Cannabinoids verursachen. Dieses Verfahren muss mit größter Vorsicht durchgeführt werden, denn das verwen­dete Lösungsmittel ist feuergefährlich. Wie lange es dauert, hängt davon ab, wie viel Lösungsmittel verwendet wird und bei welcher Temperatur wir es verdamp­fen lassen.

BHO (Butane Honey Oil, Haschischöl)-

*** Warnung: Dieses Extraktionsverfahren ist gefährlich und sollte im Freien oder in einem gut be-/entlüfteten Bereich durch­geführt werden. Während der Extraktion ist Rauchen unbedingt zu unterlassen und keine Flammen oder Wärmequellen dürfen in der Nähe sein*** Diese Warnung immer beachten!

Haschöl ist eine sehr konzentrierte, flüs­sige Essenz und die Herstellung eine verblüffende Möglichkeit, sämtliches Blattmaterial von den Girls zu nutzen. Es kann sowohl geraucht als auch für Kochrezepte verwendet werden.

Butan - Weil es bei Zimmertemperatur und unter atmosphärischem Druck ein Gas ist, nutzen wir Butan als den Trägerstoff des Extrakts (da es sich nach der Extraktion der Cannabinoide leicht verflüchtigt). Indessen weisen nicht alle Butane die gleiche Beschaffenheit auf; es gibt zwei Vertreter, die leicht erhältlich sind, Isobutan (Siedepunkt oder Sdp. -11,7 °C) und N-Butan (Sdp. -0.5°C); bei diesen beiden Typen variieren die Bestandteile je nach Hersteller. Für die Produktion von Haschöl eignet sich N-Butan am Erntereste 05besten und diese Butan-Version findet sich auch am ehesten in den Ladenregalen. Es ext­rahiert und verdunstet besser wegen seines niedrigeren Siedepunktes und lässt sehr wenig oder keinen Geschmack bzw. Rückstände im Öl zurück. Auf dem Behälter sollte vermerkt sein, dass im Gas fast keine Verunreinigungen enthalten sind, was normalerweise bedeutet, dass Verunreinigungen weniger als 15 ppm (parts per million) ausmachen. Die ein­zigen Marken, von deren Gebrauch ich abrate, stammen von Herstellern, die dem Butan Duftstoffe oder Zusätze beimen­gen. Wenn Sie unsicher sind, wenden Sie eine Heimtest-Methode an, um das Butan auf Verunreinigungen zu untersuchen, den sog. „Spiegeltest“. Nehmen Sie einen Spiegel, sprühen sie eine ordentliche Menge Butan auf ihn und warten etwa 5-10 Minuten, bis sich das Butan verflüch­tigt hat. Überprüfen Sie anschließend den Spiegel auf eine weiße Ablagerung (die auch riechen kann). Seien Sie sich sicher, nicht Kondenswasser mit Ablagerungen zu verwechseln, die Stelle muss weiß sein, nachdem sich das Butan verflüchtigt hat - und der Rückstand wird sehr wahrscheinlich riechen, wenn es das schlechte Zeug ist. Für diese Menge kaufte ich die Marke „Dodo“, 7x raffinier­tes Butan, in einer 190 g-Kartusche und verwendete eine Kartusche pro 30 cm-Rohr mit Ernteresten.

Material - Der wichtigste Faktor bei einer Extraktion ist der Gebrauch von guten, fri­schen, nicht getrockneten Schnittresten oder Blütenständen. Die Qualität des Materials ist die größte Variable, der sich Grower gegenübersehen, wenn sie Canna-Spezialitäten herstellen. Butan extrahiert auch den Geruch aus dem Pflanzenmaterial, so dass die Qualität des Öls von der Qualität des verwendeten Materials abhängt.

Kurzanleitung: Um ein Extraktor-Rohr anzufertigen, benötigen wir ein Stück Rohr aus PVC oder Metall, 20-30 cm lang, mindestens 2,5 cm breit und zwei Verschlusskappen derselben Breite. Für meines nahm ich ein 30 cm langes, 3,5 cm breites PVC-Stück und zwei 3,5 cm breite Verschlusskappen. Ich entschied mich für PVC, weil es sehr billig und in kurzen Längen erhältlich ist. Sie kön­nen auch fertige Extraktor-Rohre von verschiedenen Unternehmen kaufen, aber sie sind so einfach herzustellen, warum dann nicht selber eine bauen! Wir müssen nur darauf achten, dass es groß genug ist, damit etwa 30 Gramm gemahlene Pflanzenreste hineinpas­sen. In eine Verschlusskappe bohren wir genau in der Mitte ein Loch, das gerade groß genug ist, dass der Einfüllstutzen der Butankartusche passt - und in die andere Verschlusskappe bohren wir, gedrängt in der Mitte, mehrere klei­ne Löcher, damit das Butan austreten kann. In meine bohrte ich sieben klei­ne Löcher. Diese Verschlussklappe kann auch für eine längere Dauer festgeklebt werden, mit einem Epoxydharz wegen dem Material des Rohres. Die andere Verschlusskappe muss abnehmbar blei­ben, damit das Rohr mit Schnittmaterial

gefüllt werden kann. Bringen Sie eine Kaffeefilter-Auflage an der Innenseite der unteren Kappe an, um loses Material auf­zufangen, damit es nicht in das extrahier­te Endprodukt hinabtropft. Denken Sie unbedingt daran, alle diese Teile vor dem Gebrauch sehr gründlich zu waschen und auszuspülen, um sicherzustellen, dass keine Bohrspäne oder Dreck im Extrakt landen. Wenn sie sauber sind, können wir uns an das Extrahieren machen!

Wir verwenden eine Kaffeemühle oder ein Hackmesser, zerkleinern die Schnittreste bis zu einer einheitlichen Größe und packen das Rohr voll mit die­sem Schnittmaterial (ohne zu fest zu drü­cken), dann setzen wir die Endkappen wieder ein. Es werden zwei Glasschalen benötigt, um sie unter das Rohr zu stel­len; eine sammelt den tropfenden Butan-Extrakt auf - und in die andere, größere Schale muss die Auffangschale hinein­passen. Im Prinzip ähnlich wie bei einer Bain-Marie wird die kleinere Glasschale in die größere gesetzt.

In die untere Schale gießen wir heißes Wasser, um das tropfende Butan am Gefrieren zu hindern. Das Butan ist dermaßen kalt, wenn es aus der Kartusche kommt, dass es ohne dieses heiße Wasser die Auffangschale vereisen würde; das heiße Wasser hilft auch, den Verdampfungsprozess etwas zu beschleu­nigen. Falls Sie für die Konstruktion des Extraktor-Rohrs Metall oder Glas als Material genommen haben, müssen Sie ein Stativ bauen, um es senkrecht zu hal­ten; wenn das Butan aus der Kartusche entweicht, wird das Metall oder Glas zu kalt und lässt sich nicht in der Hand hal­ten. Das Stativ kann aus Materialien kon­struiert werden, die bei Ihnen herumlie­gen: Holzstücke, Haken mit Erntereste 06zwei Ösen, Metalldraht und Klebeband - das alles habe ich früher verwendet. Sie können es machen wie MacGyver (in der gleichnamigen TV-Serie) – also etwas zusam­menbasteln aus Teilen, die für den Zweck eigentlich nicht gedacht sind und sehen, was am Ende dabei herauskommt! Für das Rohr verwendete ich Plastik, so dass ich es im Verlauf des Prozesses in der Hand behalten konnte. Ein Platz drau­ßen mit einer leichten Brise ist die beste Umgebung für dieses Vorhaben, damit die Butandämpfe auf jeden Fall aufstei­gen und weggeweht werden. Aber set­zen Sie sich für diese nächste Etappe eine Arbeitsschutzbrille auf und ziehen Sie sich lederne Arbeitshandschuhe an, um auf Nummer sicher zu gehen. Um den Extraktionsprozess in Gang zu set­zen, stecken wir den Einfüllstutzen der Butankartusche in das Loch im obe­ren Ende des Rohres und drücken, um den Butan-Treibstoff hinauszudrängen. Nachdem die Kartusche leer ist, treten wir zurück und lassen das Rohr sein Werk tun. Innerhalb von 30-45 Sekunden soll­te man sehen, wie das Butan aus den Bodenlöchern in die Auffangschale tropft. Wenn das Tropfen nachlässt, können wir, indem wir einige Mal kräftig schütteln, nachhelfen, damit wir noch das letzte Quäntchen des edlen Produkts aus unse­rer Rohrkonstruktion herauskriegen.

Die obere Auffangschale sollte nun eine gelblich-grün mattglänzende Flüssigkeit enthalten, die blubbert, als sei sie mit Kohlensäure versetzt worden - sie ist genau das, wonach wir suchen. Es blubbert, bis der letzte Treibstoff ver­dunstet ist und klebrige Blasen von festerer Beschaffenheit den Boden der Schale überziehen. Die vollständige Verdunstung scheint so schnell abzulau­fen, wie wir es mit den Augen wahrneh­men, aber um sicherzugehen, dass wir kein Lösungsmittel konsumieren, lassen wir den Stoff für ein paar Stunden ruhen, bevor wir ihn in zu einem Behälter brin­gen. Wenn Sie den Stoff vorschnell in ein kleines Fläschchen oder Behältnis tun, während er sich noch im flüssi­gen Zustand befindet, könnten Sie das ungestüme Temperament des Butan-Extrakts erleben, wenn es auf den Tisch überläuft. Also Geduld! Der Geruch des Lösungsmittels sollte ganz verschwun­den sein. Falls nicht, benötigt die Mixtur mehr Zeit zum Verdunsten. Es ist einfa­cher, das BHO vom Glas zu kratzen, wenn es lauwarm ist; es schnell für eine oder zwei Minuten in den warmen Ofen zu werfen kann die cremige, honigähnliche Konsistenz bewirken.

Mit der erwähnten Butangaskartusche und dem mit 30 Gramm zerkleinertem Schnittmaterial gefüllten PVC-Rohr war es mir möglich, 1,2-1,4 Gramm BHO zu extrahieren. Das klingt nicht gerade nach sehr viel, aber es ist superpotent. Haschischöl zu rauchen kann sich als hochkompliziert herausstellen, denn häufig gelangt aufgrund der klebrigen Beschaffenheit mehr davon auf die Hände als in den Pfeifenkopf.

Es werden jedoch spezielle Glasteile und Instrumente hergestellt, die es ermöglichen, beim Rauchen das Optimum herauszuholen. Diese besonderen Glasteile, Wachspapier und der Tiefkühlschrank können sich beim Arbeiten mit BHO als die besten Freunde erweisen. Eine fantastische Verwendungsmöglichkeit für BHO ist, es zu erhitzen, bis es geschmolzen ist und dann für ein Rezept zu gebrauchen. Es ist eines der potentesten Methoden, um Esswaren medizinische Eigenschaften zu verleihen, und da es nur ein Zusatz ist, beeinflusst es das Rezept kaum.

Tinktur – Die Herstellung von Tinkturen ist ein Verfahren, um eine große Anzahl der bekannten Cannabinoide zu extra­hieren, indem man die Cannabis-Essenz in eine Trägerflüssigkeit einlegt und zie­hen lässt. Traditionsgemäß wurde Likör als Trägerflüssigkeit verwendet, doch die Indoor-Grower werfen überkommene Traditionen über Bord und geben das Cannabis in eine Vielzahl von verschiede­nen Trägerflüssigkeiten.

Pflanzliches Glycerin (in Lebensmittel­qualität) ist eine einfache Zucker-alkohol (Polyol)-Verbindung. Es ist eine zähflüs­sige, geruchlose, von Natur aus süßlich schmeckende, klare Flüssigkeit, die in der Herstellung von Seifen und bei ver­schiedenen Basteltätigkeiten eingesetzt wird. Glycerin macht aus der Tinktur so etwas wie einen gelartigen Süßstoff. Sie können dann Aromastoffe für Süßigkeiten verwenden, um die Tinktur auf die nächste Stufe zu heben. Diese können Sie alle irgendwo im Internet finden. LorAnn Candy Flavorings eignen sich sehr gut und sind in allen denkbaren Geschmacksrichtungen zu haben: Erdbeere, Ananas, Zimtrolle, Mango, Apfel usw. Die Liste ist endlos. Geben wir nur ein paar Tropfen in das Endprodukt, wie es in eine Flasche gegossen wird, wird es zu dem süßen Gel mit der gewünschten Geschmacksnote. Für dieses Verfahren möchte ich meinen Langsamkocher ver­wenden. Er hält die Temperatur wäh­rend des Kochvorgangs auf gleicher Höhe, was sich sonst auf einem Herd als kompliziert erweisen könnte. Gießen Sie erst das Glycerin hinein, dann die Schnittreste, bis 2/3 des Glycerins auf­gesogen sind. Die Zahlenverhältnisse für diesen Vorgang sind nicht unabänder­lich in Stein gemeißelt, machen Sie also von Ihrem gesunden Urteilsvermögen Gebrauch; die Mixtur in Flüssigkeit las­sen hilft die Temperatur zu halten und verhindert, dass etwas anbrennt. Ein Zuckerthermometer zu verwenden ist immer eine gute Idee, da wir nicht wollen, dass die wertvollen Inhaltsstoffe verbrennen, die wir hier versuchen zur Wirkung zu bringen. Der sichere Bereich für das Kochen von Tinkturen oder einer anderen Marihuana enthaltenden Flüssigkeit befindet sich für diesen Zweck zwischen 76 °C und 115 °C.

Alkohol - Eine Alkoholtinktur herzustellen kann so einfach sein wie eine Flasche sei­ner bevorzugten Likörmarke zu öffnen und die Schnittreste hineinzustopfen. Lassen Sie sie für 45-60 Tage stehen. Stellen wir die Flasche an sonnigen Tagen ans Fenster, damit sie sich aufwärmt, lässt sich das Verfahren um ganze 30 Tage beschleuni­gen. Aber wenn es Ihnen nichts ausmacht, gleichzeitig betrunken und stoned zu werden (durch ein und dasselbe Getränk), können Sie den Alkohol vorsichtig erhit­zen und größtenteils verdampfen lassen. Gießen Sie den Tinkturmix in einen Topf, lassen ihn auf kleiner Flamme köcheln bis Sie keinen starken Alkoholgeruch mehr wahrnehmen können (ca. 1-2 Stunden). Tipp: Wenn wir aromatisierten Wodka oder Rum für diese Tinktur nehmen, wird etwas von den Geschmacksstoffen im Endprodukt zurückbleiben.

Cannabutter - Damit werden wir wohl alle vertraut sein: Gras in die Butter geben, um sie für Backrezepte zu ver­wenden, für Toastaufstrich oder alles, wofür man gewöhnlich Butter verwendet. Das verwandelt fast alles in einen essba­ren Cannabis-Leckerbissen, und es gibt unzählige Anwendungsmöglichkeiten. Brownies, Kekse, Muffins, Kuchen, Puffreis­Knabbereien (Marshmallow-Naschzeug kann mit jedem gepufften Getreide kre­iert werden).

Kurzanleitung: Wir müssen einfach ein Pfund Butter schmelzen und die Schnittreste hineintun, etwa 25 bis 30 Gramm oder bis die Butter fast gänz­lich davon vollgesogen ist. Dann lassen wir die Mischung auf kleiner Flamme mindestens eine Stunde ziehen. Achten Sie auf die Temperatur, damit keinesfalls die „Sicherheitszone“ (76-115 °C) verlassen wird. Hier bietet sich eine weitere Gelegenheit, um unseren guten alten Schmortopf auf der niedrigsten Kochstufe zu nutzen!

Süßigkeiten und Schokoladen-

Lutschbonbons - Aus Bonbon- und Lollirezepten lassen sich leicht Lebensmittel herstellen, indem der „Butter“-Bestandteil des Rezepts durch Cannabutter ersetzt wird. Oder wir geben geschmolzenes Honey Oil gemäß der Buttermenge im Rezept dazu. Dasselbe gilt für Praline-Rezepte. Die gesamte Butter oder ein Teil derselben wird ein­fach durch ein Cannaprodukt ersetzt.

Gummies - Von allen Rezepten für Süßigkeiten ist dies wahrscheinlich das köstlichste und spaßigste. Diese Rezepte kombinieren die lustigen Strukturen von Gummies mit der infundierten BHO (butane honey oil)-Potenz, was sie zu meinem absoluten Favoriten unter den Nahrungsmitteln macht. Das Haschöl kann mit obigem Rezept hergestellt werden. Für das folgende müssen Sie sich einige Gussformen für Süßigkeiten anschaffen. Es gibt sie in allen Größen, Konturen, Designs in den entsprechenden Läden.

Wir brauchen: Vier 22 cm x 25 cm-Guss­formen aus Plastik, die wiederum viele kleine verschiedene Gießformen ent­halten, für dieses Rezept. Ungefähr 4 Gramm BHO (die Menge kann ange­passt werden, je nachdem, wie potent die Gummies werden sollen), vier Päckchen geschmacklose Gelatine, eine Box Jell-O (mit jeder gewünschten Geschmacksnote), einige Tropfen Lebensmittelfarbstoff, wenn Sie den Süßigkeiten Farbe geben wollen (opti­onal), fünf Tropfen lebensmitteltaug­liches pflanzliches Glycerin (Tipp: Nehmen Sie von der Tinktur, die Sie mit Glyzerin produziert haben, um die Potenz zu erhöhen), 60 Gramm (1/4 Tasse) Zucker, 120 ml (1/2 Tasse) kaltes Wasser, eine Sprühdose Antihaft-Spray, einen Spatel, einen Rührbesen und eine 100 Kubikzentimeter-Spritze, um die kleinen Backformen zu füllen. Das Glycerin in diesem Rezept hilft, das BHO in die Esswaren hineinzubringen und gleichmäßig zu verteilen.

Wir bereiten die kleinen Gießformen vor, indem wir Antihaft-Spray auf ein Stück Küchenpapier sprühen und jede einzelne Form gleichmäßig einölen. Zuerst setzen wir einen kleinen, kalten Kochtopf auf eine Herdplatte, stellen sie auf mittlere Stufe ein, werfen die trockenen Zutaten (Zucker, Jell-O und Gelatine-Päckchen) hinein und rühren um, bis alles gleichmäßig vermischt ist. Das Wasser wird dazugegossen und so lange mit dem Schneebesen gequirrlt, bis aus der Mixtur ein dün­ner Brei geworden ist, dann geben wir die Lebensmittelfarbe und das Glycerin dazu. Einen anderen Topf funktionieren wir zu einem Wasserbadtopf um, damit wir das Honey Oil rasch verflüssigen und der wässrigen Mixtur dazugeben können. Eine Minute lang gut verquirr­len oder so lange, bis alle Ingredienzen aufgenommen und erwärmt sind (wir wollen sie nicht kochen). Die Hitze wird abgedreht, der Topf aber noch auf der warmen Kochplatte gelassen, und wir geben acht, dass die Kochtemperatur für Cannabis nicht die „Sicherheitszone“ verlässt. Jetzt können wir die kleinen Formen auffüllen - hier ist das Timing von entscheidender Bedeutung, denn sobald die Mixtur abkühlt, setzt sie sich an. Schnelles Arbeiten ist erforderlich, um die Mischung in die Plastikspritze zu ziehen, sie dann herauszudrücken in die einzelnen Vertiefungen - und zwischen dem Auffüllen der Spritze muss auch immer wieder die wässrige Masse umgerührt werden. Wir können jedes geeignete Mittel nehmen, um die kleinen Backformen zu füllen, aber ich habe herausgefunden, dass es mit der Spritze am besten funktioniert (außer­dem sind sie billig und auswaschbar). In wenigen Minuten sind sie abgekühlt und einsatzbereit; sie müssen nicht extra gekühlt werden. Die Gummies sollten sich leicht aus den kleinen Formen lösen.

Jetzt aber los, Blütenstände trimmen und den Versuch wagen!

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