COCOS für Sparfüchse

May 24th at 6:14am Tasha Maxwell

Normalerweise empfehlen erfahrene Grower, auf Kokos so zu giessen, dass das Medium sehr feucht gehalten wird, da ja Kokos keine Nährstoffe speichert oder puffert. Meine niederländischen Freunde Erik und Jan haben im Laufe ihrer Grower-Karriere jedoch eine Methode entwickelt, bei der sie alle acht bis neun Wochen 200 bis 300 Gramm mit einem 250 Watt Leuchtmittel ernten, also die Schallgrenze von 1 Gramm/Watt regelmässig brechen. Die beiden erfahrenen Grower behandeln ihren Coco-Grow fast wie einen Durchgang auf Erde, mit kleinen Unterschieden, weil sie die Pflanzen nur giessen, wenn die Töpfe fast trocken sind. Was sie dabei beachten, damit die Pflanzen nicht versalzen oder anderweitig kränkeln, haben sie mir dann bei meinem Besuch in Amsterdam erzählt.

Lars und Erik wohnen und growen schon ein paar Jahre zusammen, und 2010 haben sich die beiden dann Coco3eine Homebox S Silver zugelegt und auch ­gleich Zeit und Platz gefunden, das gute Stück auszuprobieren. Da sie in einer 4er ­WG wohnen und die Box in einem Gemeinschaftsraum steht, laufen sie kaum Gefahr, strafrechtlich belangt zu werden. In den Niederlanden werden bis zu fünf Pflanzen pro Person für den privaten Gebrauch geduldet (Bei Fahndung und Strafverfolgung bei Drogendelikten gilt in den Niederlanden das Opportunitätsprinzip. Dies bedeutet, dass der Staatsanwalt von der Verfolgung einer Straftat absehen kann, wenn es im öffentlichen Interesse ist), sind jedoch nicht legal. Im Falle der Enttarnung waren sie zwar ihre Pflanzen und das Equipment los, gingen jedoch straffrei aus.

Mittlerweile verfügt Lars in den Niederlanden sogar über ein Rezept für medizinische Hanfblüten gegen seine chronischen Schmerzen, was zwar auch dort keine rechtliche Grundlage für den Cannabisanbau zu Hause darstellt, jedoch in unserem Nachbarland in den meisten Provinzen „geduldet" wird.

Die beiden Kleingärtner haben für ihr Vorhaben auf folgendes Equipment gesetzt:

- lx 250 Watt Leuchtsystem mit einem Metallhalogen Leuchtmittel für die vegetative Phase und einem Natrium-Dampfleuchtmittel für die Blühphase

- lx Cooltube

- lx Aktivkohlefilter "Carboriginal" 400m2/h

- 1 Rohventilator 180m2/h mit temperaturgesteuertem Dimmer

- 1 Thermo-/Hygrometer

- 1 Tischventilator (an einer Kette höhenverstellbar montiert)

- 9 x 7 Liter Töpfe mit Coco/Perlite (80/20) Gemisch

- 1 Ec-Messgerät

- 1 pH-Messgerät

- 1 Osmoseanlage

- 1 Pflanzennetz

- Dünger: Die Connoisseur-Reihe von Advanced Nutrients, genau nach dem interakti­ven Düngeschema von advancednutrients.com

- je 1 pH plus und 1 pH minus von GHE

- 18 Jack Flash

Nie ohne Osmoseanlage!

Wie aufmerksame Leser/innen wissen, nutzen ambitionierte niederländische Hanf­bauern immer eineCoco2 Osmoseanlage, da ob der maritimen Lage des Landes und der vielen Gemüsezuchthäuser das Grundwasser stark versalzen und somit suboptimal für Hanfpflanzen ist. Das ist eine der Voraussetzungen, um einen Coco-Grow nicht zu versalzen, auch wenn nur selten gegossen wird.

Bevor die Box in Betrieb genommen wurde, haben Lars und Erik das alles mit eine: Wasserstoffperoxid-Lösung gereinigt. Grundlage für solch immens gute Ertrage wie die der beiden Heimgärtner sind, neben Sauberkeit und Ordnung, gesunde, sehr gut bewurzelte Stecklinge. Die sind mittlerweile auch in den Niederlanden schwer zu haben. Aber Lars verfügt glücklicherweise noch über einen alten Freund, bei den-man für ein paar Gramm aus fünf Sorten wählen kann. Für diesen Durchgang sollte es eine Sorte sein, die viel Ertrag abwirft, eine nicht allzu lange Blütezeit hat und trotzdem aber ein gutes, Aroma verfügt. Zur Auswahl standen Skunk 1, Northern Lights, Hash Plant, Sensi Star und Jack Flash, also durchweg Klassiker. Die Wahl fiel auf Jack Flash, wobei sich unsere beiden Freunde für 18 vorgesehene Stellplätze gleich 25 Stück besorgt haben. Die wurden dann bei 18 Stunden Licht in vier Liter Töpfe getopft und drei Tage genauestens beobachtet. Die mit den besten Eigenschaften wurden dann für die Blüte auserkoren, wobei Lars und Erik besonders auf den gut entwickelten Wurzelballen geachtet haben. Die restlichen sieben Pflanzen stellt Lars im Frühling auf den Balkon, bis dahin pflegt er sie unter zwei Leuchtstoffröhren im Keller. Pro Topf wurden zwei Stecklinge „Jack Flash" gesetzt, also insgesamt 18 Ladies. Da sich Lars und Erik auch dieses Mal für die „Sea of Green"-Methode entschieden und zwei Pflanzen pro Topf gestellt hatten, sollten die Stecklinge gar nicht lange vorwurzeln, bevor die Blüte eingeleitet wurde. So hatten die MädeIs nur drei Tage zum Anwachsen, bevor die Lichtphase auf einen 12 Stunden Rhythmus umges­tellt wurde. Der pH-Wert während dieser Zeit betrug 6,0, beim Ec-Wert hatten sich die beiden während der ersten Woche auf 1,3 mS eingependelt.Coco1

Das Giesswasser bestand zu zwei Dritteln Osmosewasser und einem Drittel Leitungswasser, so dass es einen ­Ausgangs EC-Wert von 0,3 mS hatte. Temperatur, durchschnittlich: 26 Grad Tag / Nacht, und eine Luftfeuchtigkeit von 60% waren optimal und so haben die zukünftigen Medizinalblütenlieferanten die erste Woche je vier neue Blattpaare gebildet und 15 Zentimeter zugelegt. Während der gesamten Zeit, mit Ausnahme der letzten zehn Blühtage, hat jeder Topf erst Nährlosung erhalten, wenn er fast komplett durchgetrocknet war. Anfangs haben die Ladies so in den letzten vier Blütewochen alle drei Tage pro Topf ungefähr 0,7 Liter Nährlösung erhalten.

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