Evolution und Weiterentwicklung von Hanf

July 31st at 3:55am Tasha Maxwell

Ich habe schon oft von der ,,Weiterentwicklung des Hanfgenpools" gesprochen. Die meisten Leser werden sich jetzt allerdings fragen, was genau ich damit gemeint habe und wie man eine Sorte weiterentwickeln und verbessern kann. Seit Jahr Millionen entwickeln sich Tier und Pflanzen Arten weiter und auch der Mensch ist in den letzten 100.000 Jahren durch kleine Gen Veränderungen zu dem geworden was er heute ist. Es geht um Evolution und Selektion, um zufällige und gewollte Änderungen im Genpool einer Population.

Die Evolution beschreibt im Grunde die Veränderungen von Merkmalen und Eigenschaften über Generationen hinweg.

Das Interessante ist der Weg dorthin. Jede Eigenschaft einer Pflanze wird durch einzelne Gene oder dasEvolution Hanf7 Zusammenwirken von ganzen Gengruppen bestimmt. Diese genetischen Informationen werden bei einer Kreuzung zwischen zwei Pflanzen an die entstehende Generation weitergegeben. Kinder besitzen ja auch die äusseren Merkmale ihrer beiden Eltern und genauso verhält es sich auch beim Hanf und allen anderen Pflanzen. Eigenschaften werden vererbt und an nachfolgende Generationen weiter gegeben - Generation für Generation. So ändern sich bei jedem weiteren Erbgang auch die genetischen Informationen und somit auch das Gen welches die Eigenschaft bestimmt.

In der Pflanzenwelt überleben oft nur die am besten angepassten Pflanzen. Nur sie können sich weiter fortpflanzen und so das Leben der eigenen Art sichern. Diesen Vorgang bezeichnet man als die sogenannte „natürliche Selektion".

Auf diese Weise festigen sich bestimmte Merkmale, während andere ungünstige Eigenschaften verloren gehen. Das gleiche kann man 1:1 auf die Hanfzucht übertragen. Die besten Pflanzen werden selektiert, miteinander gekreuzt und durch weitere Inzucht vermehrt. Nach und nach werden alle Pflanzen immer homogener und zeigen immer mehr gleiche Eigenschaften.

Es geht an dieser Stelle darum zu verstehen, wie sich eine Art oder eine Population weiterentwickeln kann, auch ohne das Zutun des Menschen. Vater der Evolutions-Theorie war Charles Darwin. Er stellte seine Arbeiten das erste Mal 1858 in London der Öffentlichkeit vor. Nur ein Jahr später erschien sein erstes Buch „The Origin of Species", welches gleich für einiges Aufsehen sorgte, doch anfangs eher belächelt wurde. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts, nachdem Gregor Mendel seine „Mendelschen Gesetze" veröffentlichte, wurde die Evolutions Theorie wieder intensiv diskutiert und letztlich auch anerkannt. Im Jahr 1930 erschien ein weiteres Buch, welches sich detailliert mit der Evolution beschäftigte und sich durch die neu entwickelten „Mendelschen Vererbungs-Gesetze" erklären liess. Dieses Wissen wurde zur Grundlage der heutigen Botanik und der gesamten Vererbungslehre.

Doch bleiben wir noch kurz bei den Vorgängen der Evolution. Wir wissen, dass die natürliche Selektion ein Prozess ist, der die Weiterentwicklung einer Spezies voran treibt. Die Selektion passiert nicht zufällig und ergibt sich immer aus der Anpassungsfähigkeit des Genotypen an die Umwelt. So werden positiveEvolution Hanf8 Merkmale an nachkommende Generationen weitergegeben. Schauen wir uns den Vorgang etwas genauer an. Hanf ist eine diploide Pflanze und besitzt jeweils zwei fast identische Gensätze. Wir nehmen als Beispiel die Eigenschaft „kurze Blütezeit" und kennzeichnen das Merkmal mit dem Buchstaben „b". Da Hanf zwei Gensätze besitzt bestimmen diese beiden auch das gewählte Merkmal. Wir kennzeichnen eine Eigenschaft darum auch immer mit zwei Buchstaben, in diesem Fall „bb". Jede einzelnen Buchstaben bezeichnet man auch als „Allel", beide Buchstaben a „Allelenpaar”. Eine an das Klima angepasste Blütezeit ist immer sehr wichtig und wird sich in einer Population aus vielen Hanfpflanzen auch immer weiter durchsetzen und entsprechend auch vererbt werden. Nach vielen Generationen werden die meisten Pflanzen also auch unser Allelenpaar „bb" besitzen. Die Häufigkeit mit der diese Allelen in einer Population auftreten nennt man auch „Allelfrequenz". Gibt es jetzt viele Pflanzen mit einer kurzen Blütezeit (bb), so ist die Allelfrequenz sehr hoch.

Die Allelfrequenz des Merkmales „lange Blütezeit" geht dagegen immer mehr verloren.

Ein anderer Mechanismus, der kleine Veränderungen in den Eigenschaften und somit auch in den Genen auslösen kann, ist der sogenannte „Gendrift". So bezeichnet man Änderungen von Allelfrequenzen, von einer Generation zur nächsten. Das geschieht, weil die Allele einer Generation von Nachkommen, statistisch gesehen eine Zufallsstichprobe der Allele der Elterngeneration darstellt und deren Auswahl daher auch eher einen Zufallsfehler unterliegt. Selbst wenn eine kleine Selektion stattfindet, tendieren Allelfrequenzen dazu, im Verlauf der Zeit grösser oder kleiner zu werden, bis sie schliesslich bei 0% oder 100% liegen.

Schwankungen der Frequenz in aufeinander folgenden Generationen können daher durch reinen Zufall dazu führen, das einzelne Allele aus einer Population verschwinden. Zwei getrennte Populationen mit anfänglich gleichen Eigenschaften können durch zufällige Schwankungen in zwei vorher völlig unterschiedliche Populationen mit einem unterschiedlichen Satz von Allelen auseinander driften. Ob die natürliche Selektion oder der Gendrift einen grösseren Einfluss auf eine Population hat, hängt mit der Grösse und der Stärke der Selektion zusammen.Evolution Hanf3

Daraus kann man schliessen, dass eine Veränderung der Populationsgrösse, einen extremen Einfluss auf den Verlauf der Evolution haben kann. Wenn eine wilde Landrasse aufgrund äusserer Einflüsse durch einen sogenannten „Flaschenhals" geht, also zeitweise bis auf wenige Pflanzen zusammen schrumpft, verliert sie damit auch einen grossen Teil ihrer genetischen Vielfalt. Die Pflanzen werden dadurch gleichartiger und verlieren seltene Variationen. Solche Flaschenhälse können durch Katastrophen oder starke Klimaschwankungen entstehen.

Wie stark sich kleinste Änderungen der genetischen Informationen auch im äusseren Erscheinungsbild bemerkbar machen, sieht man bei dem Vergleich der DNA des heutigen Menschen mit dem des Affen. Ein Unterschied von nur 5% hat ein ganz anderes Erscheinungsbild und dementsprechend auch ganz andere Eigenschaften zum Ergebnis.

Mit dem Thema Evolution könnte man ganze Bücher füllen, aber an dieser Stelle soll dieser kleine Einblick erst mal ausreichend sein. Es ist nur wichtig zu verstehen, wie die Evolution und die Entwicklung von Hanfsorten voran geht und durch welche Vorgänge sie beeinflusst wird.

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