Guerilla Growing - Monster Pflanzen

Unser Freund Jorge Cervantes hat uns aus Kalifornien einen sehr interes­santen Bericht über riesige Cannabispflanzen zukommen lassen. Wie diese »Monster Pflanzen« genau angebaut werden und was dabei im Einzelnen be­sonders zu beachten ist, schildert er uns in seinem nachfolgenden Bericht.

Die gigantischen Cannabispflanzen auf diesen Fotos sind im Norden Kaliforniens gewachsen. Im Grun­de genommen gibt es eine Menge solcher Riesen-Pflanzen in ganz Ka­lifornien. Auch in Oregon, wo das Klima etwas kühler ist, gibt es viele solcher Pflanzen in »Übergröße«. Das Wichtigste dabei ist, dass die Pflanzen lange genug wachsen kön­nen, bevor sie in die Blüte gehen, und zwar ganze 8 bis 10 Monate! Das Klima kann dabei außerdem durchaus auch etwas kälter als in Kalifornien oder Oregon sein, doch dann sollten die Pflanzen allerdings vor Kälte geschützt stehen, wie zum Beispiel in einem Gewächshaus.

Guerilla Growing - Monster Pflanzen 00Die Wahl der geeigneten Genetik

Der wichtigste Punkt bei der Aus­wahl der passenden Genetik für »Monster-Pflanzen« ist, dass sich die entsprechende Sorte bereits an das lokale Mikroklima angepasst haben sollte. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um Indika- oder Sativa-Pflanzen handelt, bedeu­tend wichtiger ist, dass die Pflanzen für den Outdooranbau gut geeignet sind. Jorge kreuzt seine Sorten des­halb mit eigenen »alten« Outdoor-Sorten, die bereits hervorragend an die herrschenden klimatischen Be­dingungen angepasst sind. Wich­tig ist dabei natürlich, darauf zu achten, solche Sorten zu bevorzu­gen, die resistent gegen Pilze und Schimmel sind.

Das erste Stadium

Die »Monster-Pflanzen« lassen sich sowohl aus Stecklingen als auch aus Sämlingen ziehen. Zu Beginn werden kleine Töpfe gewählt, und je nach Bedarf topft er dann die he­ranwachsenden Pflanzen in größere Töpfe um. Mit 4 bis 5 Mal umtopfen in 4 bis 6 Wochen sollten die Pflan­zen nun eine Höhe von einem Me­ter oder mehr aufweisen. Der beste Zeitpunkt für das Umtopfen ist im­mer, wenn die ersten Wurzelspitzen aus dem Medium herausragen. Das Umtopfen fördert dann ein schnelles Wurzelwachstum und ermöglicht der Pflanze zudem einen enormen Wuchs. Werden die Pflanzen hinge­gen nicht rechtzeitig umgetopft, ha­ben die Wurzeln nicht genug Platz, um sich auszubreiten und verlang­samen daraufhin ihr Wachstum. Sie wird so niemals die gigantische Größe einer „Monster-Pflanze" erreichen können. Ein wei­terer entscheidender Punkt ist es, darauf Wert zu legen, dass die Pflanzen bereits sehr früh im Jahr vorgezogen werden. Das kann zum Jahresanfang beginnen, spätestens aber im Februar! Zu dieser Zeit ist es im Freiland noch viel zu kalt, deshalb sollten die jungen Nach­kommen Indoor oder aber im Gewächshaus, gut geschützt vor Kälte, Wind und Feuchtig­keit heranwachsen. Sollte die vorhandene Lichtmenge und -dauer nicht ausreichen (die Pflänzchen brauchen mindestens i8 Stunden Licht), muss mit Hilfe von Wachstumslampen (mit hauptsächlich blauem Lichtspektrum) zusätzlich beleuchtet werden. Nicht, um ein starkes Wachstum zu ermöglichen, sondern um zu verhindern, dass die Pflanze vorzeitig in die Blüte geht! Dazu jedoch reichen Lam­pen mit geringer Leistung völlig aus (4o bis 6o Watt sollten reichen). Wenn also früh ge­nug gepflanzt wird, werden die Pflanzen be­reits über einen Meter Höhe haben, wenn die Temperaturen und Lichtmenge draußen so weit angestiegen sind, dass die Pflanzen an ihren endgültigen Standort gesetzt werden können. Sollten sie im Gewächshaus angezo­gen worden sein, reicht es einfach, das Dach zu entfernen. In der Regel eigenen sich Steck­linge besser für den Einsatz in Töpfen, wäh­rend Sämlinge besser für den Freilandanbau geeignet sind.

»Monster-Pflanzen« brauchen Mega-Töpfe

Auch wenn man es kaum glauben mag, gigan­tische Cannabispflanzen müssen nicht unbe­dingt im Freiland angepflanzt werden. Es ist sogar einfacher und besser, die Pflanzen in entsprechende Töpfe zu pflanzen, um ihnen so ein optimales und nährstoffreiches Sub­strat zur Verfügung stellen zu können und um die geeignete Erde sowie weitere Zutaten wie z. B. Humus, in großen Töpfen miteinander zu vermischen. Der Topf, in dem die Pflanze dabei gepflanzt wird, sollte ein Volumen von mindestens 90o bis zu 1.40o Litern haben und einen Durchmesser von i bis 1,5 Meter aufwei­sen. Wichtig ist zudem, dass der Boden des Topfes über einen Wasserablauf verfügt. Eine andere Möglichkeit wäre es, ein entsprechend großes Loch an einer geeigneten Stelle in den Boden zu graben und darin das Substrat an-zumischen. Doch das ist wesentlich kompli­zierter und aufwendiger.

Es sollte ebenfalls sichergestellt sein, dass die Temperatur im Substrat nicht kälter als 13° C wird. Deshalb sollten die Pflanzen tat­sächlich erst dann nach draußen gestellt wer­den, wenn das Klima und die Temperaturen dies erlauben. Um sicher zu gehen, sollte die Temperatur im Medium kontrolliert werden.

Die Wahl des Substrats

Guerilla Growing - Monster Pflanzen 01Die Auswahl des Substrats hängt davon ab, wie die Pflanze anschließend gedüngt wer­den soll. Soll ein mineralischer Dünger ver­wendet werden, reicht es aus, ein gutes Ba­sissubstrat (den so genannten Light-mix) zu verwenden. Die Versorgung mit den notwen­digen Nährstoffen erfolgt dann regelmäßig über den mineralischen Dünger. Die mikro­biologischen Prozesse im Erdsubstrat spie­len in diesem Fall eine untergeordnete Rolle. Sollte man sich hingegen für eine organische Düngung entscheiden, sind diese Prozesse im Boden von großer Wichtigkeit. Es gibt für die Umwandlung der organischen Nährstoffe eine biologische Aktivität im Boden, die für die Er­nährung und das Pflanzenwachstum essenzi­ell sind. Eine Möglichkeit zur ausreichenden Versorgung der Pflanzen mit organischen Komponenten besteht durch die Gabe von Wurmhumus, Kompost, Mist, Perlite/Vermi­culite und/oder Blähton. Außerdem könnten auch Blutmehl, Knochenmehl, Stroh und Al­genmehl zur Nährstoffanreicherung verwen­det werden. Manche organischen Nährstoffe wie Hornspäne brauchen jedoch eine längere Zeit, bis sie der Pflanze als Nährstoff zur Ver­fügung stehen. Die Pflanzen auf den Fotos zu diesem Artikel sind organisch gedüngt wor­den. Zu Beginn gab es eine gute Grundmi­schung, und erst im 4. Monat wurden zwei Hände voll Fledermausmist zugefügt. Auch eine Portion Gips sollte beigemengt werden.

Bewässerung

Normalerweise wird alle 2 Tage etwa 90 Liter Wasser gegeben, natürlich erst dann, wenn die Pflanze eine gewisse Größe erreicht hat. Doch diese Wassermenge ist zudem abhängig von Wind, Temperatur, dem vorherrschenden Klima und auch von der Menge des im Sub­strat vorhandenen Kalziums und Magnesi­ums, da diese Substanzen Einfluss darauf haben, welche Wassermenge die Pflanzen ver­dunsten. Um die Feuchtigkeit im Boden/Sub­strat zu halten, kann auf die Erde eine Schicht aus Rindenmulch aufgebracht werden. Es ist allgemein empfehlenswert, die Pflanzen am Morgen zu gießen, wenn der oberste Zenti­meter der Erde getrocknet ist. Zu beachten ist auch, dass die Pflanze während der Blütepha­se mehr Wasser als in der vegetativen Phase benötigt. Am einfachsten ist die Bewässerung mit einem Schlauch, das Schleppen von Was­sereimern oder gefüllten Gießkannen ist sehr anstrengend und mühsam.

Stützen und Stabilisieren der Zweige

Guerilla Growing - Monster Pflanzen 02Eine gute Methode, um den Zweigen die nö­tige Stabilität zu verleihen, ist es, bereits nach dem Einpflanzen ein Drahtgerüst um die Pflanze zu stellen, das einen Durchmesser von 1 Meter und ein Höhe von 2 Metern hat. Viele Gärtner benutzen stattdessen lieber Stützen und Pfähle aus Bambus, Holz oder Metall (je­weils zwischen 3 und 20 Stück pro Pflanze). Doch das ist kompliziert und aufwendig. Pas­sende Drahtgestelle verursachen weniger Ar­beit, sind langlebig und funktionieren meist auch effektiver.

Je nachdem, wie die Pflanze wächst, kann es auch sinnvoll sein, ein Netz mit einer Ma­schenbreite von etwa 15 cm über die Pflanze zu legen. Damit finden die Zweige Halt und die schweren Blüten werden ebenfalls gestützt. Nach einiger Zeit kann ein weiteres Netz darü­ber gelegt werden, um dem erneuten Wachs­tum Herr zu werden. Das Verwenden von mehr als zwei Netzen würde das spätere Ernten je­doch unnötig erschweren.

Rechtzeitig zurückschneiden

Um besonders große Pflanzen zu erhalten, macht es Sinn, die Cannabispflanzen etwas zurückzuschneiden — nicht viel, sondern nur etwas! Dazu werden nur die obersten Vegeta­tionspunkte entfernt. Die Pflanze erholt sich davon relativ schnell und so wird zusätzlich ihr Wachstum stimuliert. Am besten ist es, die Pflanze nach und nach in eine runde Form zu schneiden, damit sie überall möglichst viel Licht bekommt. Solange sie ihre typische »Pi­nienform« hat, erhält sie hingegen nicht die absolut optimale Lichtausbeute. Man kann auch die Zweige der Pflanze (supercropping) biegen, um sie so in die gewünschte Form zu bringen.

Der Ianu erwartete Erntezeitpunkt

Der optimale Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn 5o % der Trichome (Harzdrüsen) eine cremige Farbe erreicht haben. Ist eher ein körperlicher Effekt erwünscht, sollten die Cannabispflanzen noch länger stehen gelassen werden, bis der größte Teil der Trichome bernsteinfarben geworden ist. Wenn die »Monster-Pflanzen« geerntet werden, ist es sinnvoll, dabei schritt­weise vorzugehen. Zuerst wird das oberste Stück der Blüten abgeschnitten (der oberste halbe Meter). Der Rest der Pflanze bleibt vor­erst stehen, bis etwa zwei Wochen später die zweite Teil-Ernte erfolgt. Insgesamt können 3 bis 4 Ernten im zweiwöchentlichen Abstand geschnitten werden, bis die ganze Pflanze abgeerntet ist. Auf die Art und Weise wird er­reicht, dass die unteren Blüten Zeit bekom­men, um noch etwas zu wachsen und zu rei­fen. Nicht umsonst sind die zuletzt geernteten Blüten mit die besten. Monsterpflanzen, die korrekt angebaut wurden, können einen Er­trag von bis zu 5 Kilo bringen. Wendet man die schrittweise Ernte an, können es sogar bis zu 9 Kilo werden.

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