Der Alptraum vom Schimmelbefall – Botritis Cinerea

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beobachtet! Es ist nicht selten zu sehen, dass die Pflanzen mit allen Blättern intakt, einfach irgendwo umgekehrt zum trocknen hängen und vor sich hin gammeln. Das überflüssige Blattmaterial umschließt dann die feuchten Blütenstände, verhindert dabei jeglichen Luftaustausch, und verzögert die Trocknung. In diesem ungesunden Mikroklima breitet sich rasch ein grauer Filz aus und verdirbt die ganze Pflanze. Viele Hobby-Züchter verstehen nicht, welch eine wichtige Rolle ein gut belüftetes Klima für die erfolgreiche Trocknung des geernteten Cannabis spielt. Ich habe sogar schon erlebt, dass Grower ihre nassen Buds in Zeitungspapier einwickeln und in die Schublade legen! Sie waren dann erstaunt als ich sie auf die faulen Stellen, die sich schon überall ausbreiteten, aufmerksam machte.

Nach der Ernte ist es erforderlich alle Blätter, die nicht mit Harz bedeckt sind, abzuschneiden und zu stutzen. Wer sein Gras auf jeden Fall aufhängen möchte, sollte vorher zumindestens auch die Triebe von der Hauptblütenachse abtrennen und einzeln aufhängen. Ein trockener Bereich mit Schwenk­ventilator ermöglicht eine gefahrlose Trockenzeit. Eine noch sichere, und von mir bevorzugte Methode, ist das vollständige Maniküren der Buds direkt nach der Ernte. Sie werden dann auf Netze (optimale Luftzirkulation) zum Trocknen ausgelegt.

Schimmelstellen erkennen

Die Erkennung von Schimmel in den frühen Anfangsstadien ist eine Sache der Übung. Mit der Zeit lernt ein erfahrener Grower schon klei­ne Anzeichen einer Pilzerkrankung frühzeitig zu erkennen. Oft ist es so, dass nur die einsamen Calyxe an den Internodien sich als erstes verfärben. Alle Stellen im Blütenbereich, die vom gesunden grün abweichen und gelblich, bräunlich, oder grau werden, können der erste Ansatz einer schleichenden schimmel03Infizierung sein. Natürlich muss man nicht die Sonnenblätter und nackten Stengelpartien der Pflanzen untersuchen. Blüte-Schimmel ist eben in den Blüten! Abgestorbene braune, gekrümmte Spitzen an den kleinen Blättern, die aus den dichten Blütenständen wachsen, sind eine potentielle Warnung vom fortschreitenden Schimmel im Innern der Buds. Kranke, vergilbte Blätter können vorbeugend entfernt werden ehe sie eventuell vers­chimmeln. Die Art und Schnelligkeit des Befalls hängt sehr von der Sorte und der Gesundheit der Pflanze ab. Bei einer Überdüngung und beim Schädlingsbefall ist größte Aufmerksamkeit erforderlich. Eine geschwächte Pflanze besitzt keine Abwehrkräfte gegen Pilzerkrankung. Verwelkte Einzelblättchen bilden häufig die ersten Schimmelstellen. In der Endphase des Befalls sieht man diese sehr deutlich nach Aussen dringen als braunes, vergammeltes Pflanzengewebe. Dann gibt es selten noch viel vom Bud zu retten.

Nach jeder Untersuchung sollte man sich die Hände mit Alkohol (aus der Apotheke) reinigen bevor andere Pflanzen angefasst werden. Es ist sehr leicht Sporen von einer Pflanze zur nächsten aus Versehen zu übertragen. Es schadet nicht diese Untersuchungen in den letzten Wochen der Blüte routinemässig durchzuführen. Wenn der Grow-Bereich Traumwerte von 40% Luftfeuchtigkeit anzeigt entfällt diese Pflicht natürlich.

Zusammenfassung der Gefahrenzonen:

– Die letzten drei Wochen der Blütezeit

– Nass-kalte Jahreszeiten (Frühjahr und Herbst)

– Mangelnde Hygiene (nasse Wände, schmutziger Boden, offener Mülleimer, usw. )

– Schlecht belüftete Grow-Räume

– Zu wenig Licht gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit oder Kälte

– Übergiesung

– Überdüngung

– genetisch anfällige Sorten

– Falsche Trocknungsmethode der Blütenstände

Biologische Hilfsmittel zur Vorbeugung:

– Brennesselspritzbrühe

– Schachtelhalmextrakt

Sorten mit erhöhter Schimmelresistenz

Cannabispflanzen mit früher Reifung, Haze-Kreuzungen, und reine outdoor Sorten sind im allgemeinen sehr schimmelresistent.

Sorten mit geringer Schimmelresistenz

Reine indoor Sorten, außergewöhnlich harziges Cannabis, und Pflan­zen mit extrem kompakt wachsende Blütenständen neigen dazu eine sehr niedrige Toleranz zu hoher Luftfeuchtigkeit (z.B. durch Nebel, Regen, schlechte Belüftung, unsw.) zu besitzen.

 

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