Der Alptraum vom Schimmelbefall – Botritis Cinerea

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Botritis ist ein grauer Schimmel der sich an Buds, kleinen Blättern, und am Stengelgewebe der Blütenstände bildet. Meistens befällt der Schimmel Stellen am Bud wo alte Calyxe oder kleine Blättchen altern. Diese Pflanzenteile vergilben und verfärben sich dann bräunlich-gräulich, bis sie zuletzt von dünnen Schimmelfasern überzogen sind und verschleimen. Bevor die Symptome aussen sichtbar werden hat sich der Schimmel schon an den Internodien entlang verbreitet und viele Teile des Blütenstandes infiziert. Am häufigsten entwickeln sich schimmelige Stellen in dem dichten Bereich der Hauptblütenachse. Das geschieht meistens unbemerkt bis es schon zu spät ist den Schaden zu verhindern. Die Sporen vom Schimmel breiten sich auch rasch im ganzen Growbereich aus und infizieren andere Pflanzen. Deshalb sollte man keine Zeit verlieren mit Gegenmaßnahmen und sofort die angegriffenen Pflanzenteile entfernen.

Handeln und verhindern

Bei einem leichten Befall reicht es oft aus mit einer Schere die verschimmelten Teile und noch etwa 1,5 – 2 cm ringsum alles im Blütenbereich herauszus­chneiden. Durch die so entstandenen Lücken kann mehr frische Luft durch die Blütenstände zirkulieren und einen fortschreitenden Befall aufhalten. (Die Reste sollte man gleich aus dem Growbereich entfernen und Gegen­stände die damit in Berührung gekommen sind mit Alkohol säubern).

Manchmal muss ein großer Teil, oder sogar die ganze Spitze, vom Haupt­trieb entfernt werden damit sich der Schimmel an der Pflanze nicht weiter ausbreiten kann. Auf jeden Fall sollte der Grower die Schimmelgefahr nicht unterschätzen und versuchen, die Pflanze ohne weiteres in Blüte stehen zu lassen. Das kann zu einem weit größeren Verlust an Erntegewicht führen als wenn die Pflanzen vorzeitig geerntet werden. Schimmelstellen an erkrankten Pflanzen können nämlich noch während der Trocknung plötzlich ausbrechen und in einer Nacht die ganze Ernte ungeniesbar machen. Die gesundheitlichen Risiken beim Rauchen schimmeliger Blüten sind sehr schimmel02hoch und kann Krebs und schwere Atemwegserkrankungen zur Folge haben und es ist aus diesem Grund nicht die Sache wert, vergammelte Blüten durch ein schnelles Trocknungsverfahren aus Gier zu verwerten.

Im Innenanbau sollten die Werte der Luftfeuchtigkeit und Temperatur mit einem digitalen Hygro- und Thermometer täglich kontrolliert werden. Durch die Einstellungen von Min./Max. kann man auch sehen, wie sich die Werte in der Dunkelperiode verhalten. Ist Schimmel an Pflanzen schon identifiziert, darf der Raum nicht mehr als 55% Luftfeuchtigkeit beinhalten. Ein effektive­rer und häufigerer Luftaustausch senkt die Luftfeuchtigkeit im Growbereich, es sei denn die Wetterverhältnisse lassen das nicht zu. Im Frühjahr und Herbst wird eine ohnehin sehr hohe Luftfeuchtigkeit miteingesogen. In einem feucht-kühlen Klima gedeiht und vermehrt sich der Schimmelpilz Botritis optimal. Die Pflanzen dürfen also auch nicht in einer kalten Umgebung stehen. Um die Temperatur konstant über 22°C zu halten, insbesonders in der Dunkelperiode, schalten Grower deshalb Heizgeräte an.

In einem kleinen Grow-Bereich gibt es leider nicht viele Möglichkeiten die Luftfeuchtigkeit in den verregneten Monaten zu senken. Trockensalze und preiswerte Entfeuchter bringen selten das erwünschte Ergebnis. Wenn es trotz Klimaregulierung durch Heizung und Absauglüftung im Raum immer noch zu feucht ist, sollte man erwägen weniger Pflanzen pro m2 anzupflan­zen und Sorten anbauen welche, unter diesen ungünstigen Umständen, eine erhöhte Resistenz gegen Schimmel besitzen. Die Anzahl der Pflanzen im Growraum ist bestimmend für die Bildung von Luftfeuchtigkeit im Innern des Anbaugebietes. Durch die ständige Transpiration auf der Blattoberfläche werden Wassermoleküle freigesetzt. Beim Anbau mit Erde kommt auch noch die Verdunstung des Gießwassers aus den Töpfen hinzu. Für größere Grow-Bereiche (ab 100 Pflanzen) hilft nur der Einsatz von einem professio­nellen Entfeuchter oder einer Klimaanlage um die Luftfeuchtigkeit deutlich zu senken.

Im Freien gibt es nur eine Möglichkeit dem Schimmelbefall entgegen zu wir- ken: frühzeitig Ernten! Grower sollten sich vorher über die Wetterverhältnisse in ihrer Gegend gut informieren bevor sie ihre Outdoor Sorte aussuchen und setzen. Eine späte Auspflanzung im Juni beschleunigt zum Beispiel die Reifezeit der Blüten. Je mehr Regen und Hochnebel in einem Gebiet zu erwarten ist, desto früher muss die Cannabissorte zum ernten fertig sein. Das bedeutet Erntezeiten von Ende August bis Mitte September.

Die häufigsten Fälle von Blüte-Schimmel bei Grower habe ich ausgerechnet nach der Ernte

 

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