Sterben die holländischen Coffeeshops aus?

  • 27. Mai 2011
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Maastrichts Behörden hatten 2008 beschlossen, nur noch Holländer in die Coffeeshops zu lassen – dagegen klagt Marc Josemans, Betreiber des Coffeeshops „Easy Going“. Sollten die Richter gegen ihn entscheiden, dürften noch mehr niederländische Gemeinden den Zutritt zu „ihren“ Coffeeshops beschränken – denn da Cannabis auch in den Niederlanden nicht legal ist, sondern nur toleriert wird, ist es keine normale Handelsware.

Marc Josemans ist nicht nur erklärter Hanfliebhaber und Coffeeshop-Betreiber, sondern auch einer der Gründer der „Vereinigung Maastrichter Coffeeshops“ (V.O.C.M.) – zudem ist er auch im Vorstand des L.O.C. – der nationalen Coffeeshop-Vereinigung. Wir sprachen mit ihm über die aktuelle Situation der Coffeeshops in Holland.


Wann und wie begann die Geschichte des V.O.C.M.?

Wir haben den V.O.C.M. 1999 gegründet, der Grund dafür war die seltsame Realität in Maastricht – denn wann immer hier negative Sachen geschahen, war es ent­weder die Schuld der Coffeeshops oder die ihrer Besucher.

Wir waren jedoch der Meinung, dass – wenn jemand beispielsweise gegen zwei Uhr morgens in einen Briefkasten pinkelt – das sicherlich nicht ein Coffeeshop-Kunde, son­dern eher ein betrunkener Kneipenbesucher ist. Cannabis-Raucher sind nämlich meist sehr zufriedene Leute, die so etwas einfach nicht machen. Das wollten wir rüberbringen und so begann damals alles. Inzwischen reden wir mit allen: mit in- und ausländischen Politikern, Polizeimitarbeitern, Leuten von Hilfs- oder Gesundheitsorganisationen und natürlich mit den Bürgern von Maastricht, die Fragen in bezug auf Cannabis haben. Oft kom­men auch beunruhigte Eltern, die bei ihren Kindern Cannabis gefunden haben und nun wissen wollen, was sie davon zu halten haben – wird ihr Kind nun bald an harten Drogen zugrunde gehen oder wie geht’s jetzt weiter? Um hier gut aufklären zu können, organisieren wir fast jede Woche Veranstaltungen zum Thema Cannabis – da kommen dann Leute von überall her. Wir informieren auch darüber, wie das mit den Coffeeshops eigentlich läuft und in was für einer rechtlichen Situation wir uns damit befinden – schließlich ist das Verkaufen erlaubt, das Einkaufen jedoch nicht.

Wie soll das denn dann funktionieren? Dürft ihr selber anbauen?

Nein, das dürfen wir auch nicht. Ich verdeutliche die rechtliche Situation immer gerne anhand eines Vergleichs – dem Trinken von Milch: Man darf in Holland Milch trinken und diese in speziell dafür eingerichteten Läden auch kaufen, aber man darf keine Kuh besitzen und diese auch nicht melken. Selbst ein kleines Kind begreift, dass so etwas nicht funktionieren kann. Nun sagen wir zwar oft, dass das Ausland eine sehr heuchlerische Drogenpolitik betreibt – und das ist auch so – aber Holland ist auch nicht sauber. Auch hier wird zum Teil eine heuchlerische Drogenpolitik praktiziert – denn schließlich darf ich zwar bis zu zehn Kilo pro Woche verkaufen, aber ich darf nur einen Warenvorrat von höchstens 500 Gramm im Shop haben und selbst diese 500 Gramm darf ich offiziell weder selbst anbauen noch ankaufen.

Habt ihr seit der Gründung des V.O.C.M. schon etwas Konkretes erreicht?

Ja, einiges – schon seit 2001 können wir z. B. hier in Maastricht eine Berufsausbildung als Coffeeshop-Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt, der Polizei und der Justiz anbieten, die inzwischen vom hollän­dischen Staat voll aner­kannt wird. Wir haben des weiteren sachliche Informationsmaterialien in vier verschiedenen Sprachen herstellen lassen, die jetzt überall in Holland in den Coffeeshops ausliegen und die auch vor den konkreten Gefahren des Konsums warnen. Wir haben wirklich schon eine ganze Menge erreicht und manchmal wünsche ich mir, dass die Politik ähnlich verständnisvoll wäre, wie das Gesundheitsamt – denn hier klappt die Zusammenarbeit schon richtig gut.

Gibt es auch in anderen holländischen Städten ähnliche Vereinigungen und steht ihr mit diesen in Verbindung? Insgesamt gibt es sechs regionale Coffeeshop-Vereine und einen natio­nalen – den L.O.C., der unser gemeinsames Anliegen auf nationaler Ebene vertritt. Über den L.O.C. sind wir auch alle miteinander verbunden und als Vorstandsmitglied kann man sogar direkt mit den entsprechenden Ministern – z. B. dem Gesundheitsminister oder dem Justizminister – kommunizie­ren. Das war auch einer der Hauptgründe, warum wir den L.O.C. gegründet haben: Wir wollten Einfluss auf die nationale Politik nehmen, auch wenn wir da natürlich noch nicht so viel zu sagen haben.

Empfindet ihr euch gegenüber der Politik eher als gleichberechtigte Gesprächspartner oder als hilflose Bittsteller?

Der Umgang miteinander ist zwar schon sehr ernsthaft und respektvoll, allerdings habe ich auch oft das Gefühl, dass wir noch nicht richtig ernst genommen werden. Das finde ich schon sehr erstaunlich, denn es gibt sehr viele Leute, die eine Meinung über die holländische Drogenpolitik der letzten 30 Jahre haben – allerdings nur sehr wenige, die eine fundierte Meinung haben, die also wirklich wissen, wovon sie reden. Und das ist auch das Problem mit den Politikern – anstatt unsere 30jährige praktische Erfahrung zu nutzen, kommen sie immer wieder mit völlig neuen Ideen an, die letztendlich mehr Probleme verur­sachen, als sie tatsächlich lösen.

Mittlerweile hat man in Deutschland oft den Eindruck, dass die Vorreiterrolle Hollands bald Geschichte sein wird und drogenpolitisch eher zurückgerudert wird – wie beurteilst du als Insider die jüngste Entwicklung der holländischen Drogenpolitik?

Tatsächlich gibt es viele Versuche unserer Regierung, die Auswirkungen der liberalen Politik so weit wie möglich einzuschränken. So hat das Justizministerium und die Gemeinde Maastricht mich und meinen Coffeeshop verklagt, da wir uns gegen das neue Gesetz gewehrt haben, welches es ausländischen Bürgern verbietet, bei uns einzukaufen. Dieses Verfahren haben wir im März 2008 in der ersten Instanz gewonnen – in der zweiten Instanz wurde die Entscheidung des höchsten holländischen Gerichts jedoch zeitweilig ausgesetzt und es wurde eine entsprechende Anfrage an den Europäischen Gerichtshof gestellt. Die Antwort soll nun am 16.12.2010 vorliegen und irgendwann danach – wahrscheinlich erst im Februar oder März 2011 – wird in zweiter Instanz entschieden werden, ob meine Auffassung von der Rechtslage in Europa von dem Gericht geteilt wird oder nicht. Ich bin schon ganz gespannt, was der Richter dann entscheiden wird – aber eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass wir verlieren. Schließlich wäre es eine Art Diskriminierung zu sagen, weil du Deutscher und kein Holländer bist, darfst nicht in den Coffeeshop gehen dort einkaufen – die ganze eu vom vereinigten Europa mit freiem Warenverkehr wäre damit angegriffen. Doch noch immer gibt es auch bei uns Moralisten, die an die Möglichkeit einer drogenfreien Gesellschaft glauben – dabei kann man die Gesellschaft

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